Präsident Forschung an der Universität Kassel ausbauen - engere Zusammenarbeit mit Wirtschaft

Postleb: „Innovation braucht qualifizierte Arbeitskräfte“

Prof. Rolf Dieter Postlep Foto: Archiv/nh

Die Universität Kassel ist ein Innovations- und Jobmotor in der Region. Uni-Präsident Prof. Rolf Dieter Postlep will Fortschung und Entwicklung weiter ausbauen. Heute spricht er darüber vor Vertretern des Wirtschaftsverbands „Pro Nordhessen“.

Prof. Postlep, ist Nordhessen eine innovative Region?

Postlep: Das kann man aus heutiger Sicht uneingeschränkt mit Ja beantworten. Wir haben eine sehr steile Entwicklung hinter uns, hin zu immer mehr forschungsgetriebenen Unternehmen.

Können Sie uns ein Beispiel nennen?

Postlep: Nehmen wir einmal die Entwicklung, die die Hochschule angestoßen hat. 2007 gab es 300 von unseren Studenten gegründete Unternehmen mit insgesamt rund 5000 Arbeitsplätzen in der Region. Damals hatte SMA gerade 1900 Beschäftigte. Demnach dürften heute mindestens 10 000 Jobs in der Region von Absolventen der Uni Kassel geschaffen worden sein. Und das sind ganz überwiegend gute, innovative Arbeitsplätze - im übrigen nicht nur im Technologiesektor, sondern auch im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich.

Was muss passieren, damit noch mehr innovative Jobs in der Region entstehen?

Postlep: Es ist wichtig, die Netzwerke von Wirtschaft und Wissenschaft weiter auszubauen. Da sind wir auf dem richtigen Weg. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass der regionale Arbeitsmarkt unsere qualifizierten Absolventen aufnehmen kann, damit sie nicht abwandern.

Aber aktuell ist es doch so, dass Fachkräfte fehlen.

Postlep: Das ist wahr, aber glücklicherweise stellen wir derzeit einen erfreulichen Anstieg der Studienanfänger in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik und Bauwesen fest.

Können Sie eine konkrete Zahl nennen?

Postlep: Im Wintersemester 2000/01 hatten wir 115 Studienanfänger im Maschinenbau. Im laufenden Semester sind es 330. Diese jungen Leute kommen aber erst in vier bis fünf Jahren auf den Arbeitsmarkt.

Führt eine hohe Akademikerquote automatisch zu Innovation?

Postlep: Ja natürlich. Für Innovation brauchen die Betriebe qualifizierte Arbeitskräfte. Es reicht nicht, eine gute Idee zu haben. Sie müssen Leute haben, die sie umsetzen. Die Universität Kassel will ihre Anstrengungen als Innovationsmotor weiter verstärken. Das läuft über mehr Forschungaufträge seitens der Industrie und Kooperationen, aber auch über berufsbegleitende Weiterbildungsangebote.

Wie viel Geld fließt aus der Wirtschaft in Forschungsprojekte der Uni?

Postlep: In diesem Jahr werden wir insgesamt 40 Millionen Euro für Forschung bekommen, die überwiegend von öffentlichen Institutionen kommen. Von der Industrie erwarten wir acht Mio. 2000 stammten von den insgesamt 17,9 Mio Euro Forschungsgeldern 2,8 Mio. von der Industrie.

Zur Person

Prof. Dr. Rolf Dieter Postlep ist studierter Volkswirt. Der 64-Jährige promovierte und habilitierte an der Universität Marburg. Seit 1996 ist Postlep Professor an der Universität Kassel. Präsident der Hochschule ist er seit 2000. Seine Freizeit widmet der verheiratete Vater von vier Kindern seiner Familie und seinem Hobby Fußball.

Von José Pinto

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