Insolvenzverwalter bat um Hilfe

Konnte oder wollte Schlecker nicht?

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Anton Schlecker

Hamburg - Eine Rettung der Drogeriemarktkette Schlecker ist offenbar auch an fehlender Unterstützung der Gründerfamilie gescheitert. Das soll aus Aussagen des Insolvenzverwalters hervorgehen.

Noch kurz vor dem Beschluss über die Zerschlagung am Freitag habe er die Familie Schlecker gebeten, einen finanziellen Beitrag zu leisten, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz laut Vorabbericht dem Hamburger Nachrichtenmagazin “Der Spiegel“.

Anton Schlecker sei zwar offiziell vermögenslos, fügte Geiwitz hinzu. “Aber die Familie hat noch Vermögen, und ich habe gefragt, ob sie bereit sei, eine Verlustfinanzierung zu leisten.“ Es sei um sieben bis neun Millionen Euro für den Monat Juni gegangen. Doch die Familie “war entweder nicht bereit oder nicht in der Lage“, diese Summe zu zahlen.

Umsatz zuletzt stark rückläufig

Der Umsatz von Schlecker ging zuletzt offenbar erheblich zurück. Zwischen März und April hätten sich die Erlöse halbiert, berichtete das Nachrichtenmagazin “Focus“ unter Berufung auf neue Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Dabei seien Ende März nur gut 2.000 der vormals 5.400 Filialen geschlossen worden. Das Minus von 56 Prozent ging dem Bericht zufolge auf vorherige Ausverkaufs-Aktionen in den Märkten zurück.

Am Freitag hatte der Gläubigerausschuss die Zerschlagung von Schlecker beschlossen. Die Drogeriekette macht nach dem Ausverkauf von 2.800 Märkten dicht. Die Zahl der betroffenen Mitarbeiterinnen, die noch im Juni gekündigt werden sollen, ging bei der Insolvenzverwaltung auseinander. Geiwitz sprach von 13.762 Mitarbeiterinnen, in der offiziellen Mitteilung war von 13.200 die Rede. Geiwitz-Sprecher Güttler zufolge stammt die erste Zahl aus der letzten offiziellen Prüfung im Unternehmen. Die zweite Zahl stellt die im Juni vermutete Beschäftigtenzahl dar, die sich beispielsweise durch freiwillige Kündigungen immer weiter reduziert.

dapd

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