Neues von der IAA: Internet am Steuer wird Realität

Ford macht Ernst mit dem Internet im Auto: Der US-Konzern setzt auf das App-Modell, das sich schon bei Smartphones bewährt hat. Bislang ist der Evos noch ein Prototyp.

Frankfurt. An Visionen für das vernetzte Auto der Zukunft mangelt es seit Jahren nicht, die Realität war bisher eher ernüchternd.  Mit den Smartphones finden zur IAA Facebook und Handy-gesteuerte Parksysteme den Weg ins Auto.

Während Entwickler davon schwärmten, wie intelligente Fahrzeuge mitdenken und sich automatisch vor Gefahren auf der Straße warnen können, musste der Käufer hunderte Euro für Navi-Radios mit eingeschränktem Funktionsumfang hinblättern.

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Doch die Smartphones mit ihren Möglichkeiten haben alles verändert. Auf der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung IAA ist der Vorstoß des Internets ins Auto so greifbar wie nie zuvor.

Die Autobranche folgt dabei dem Trend mit Apps und Cloud. Die Apps, die kleinen Programme, sind dazu da, einzelne Funktionen zu erledigen. In der Cloud, der Internet-Wolke, liegen die Daten und werden von dort abgerufen. Während früher Geräte im Mittelpunkt standen, spielt heute immer mehr Software die Hauptrolle. Eine Herausforderung gibt es allerdings: Die Menschen fahren, während sie Internet-Dienste nutzen und dürfen nicht abgelenkt werden. Der Kompromiss zwischen Bedienkomfort und der Notwendigkeit, die Augen auf die Straße zu richten, ist ein Dauerproblem.

Vorgelesene Nachrichten

Nur wie tippt man ein Ziel oder eine Google-Suchanfrage währende der Fahrt ein? BMW setzt auf den Drehknopf, Audi lässt Fahrer Buchstaben auf einen Touchscreen malen. Fahrsicherheit prägt die Nutzung von Apps. Denn: Man kann nicht fahren und bei Facebook blättern. Die Lösung: Die Nachrichten werden vom System vorgelesen.

Extra SIM-Karten sind bislang nur selten vorgesehen, meist sorgt das Smartphone für die Verbindung zum Netz. Viele Programme laufen auf dem Telefon und werden auf dem Bildschirm des Autos nur angezeigt. Das Autosystem wird zum Smartphone-Zusatz.

E-Antrieb und mehr: Erste Eindrücke von der IAA

Continental zeigt auf der IAA eine Studie, in der zwei Bildschirme das Armaturenbrett ausfüllen, mit allen Anzeigen von Geschwindigkeit bis Navigation und Unterhaltung. In drei Jahren könnte ein solches System in Serienautos auftauchen. Die Anzeige sei frei konfigurierbar, auch wenn der Verbraucher wahrscheinlich nicht den vollen Zugriff darauf bekommen wird. Das Conti-System „AutoLinq“ läuft mit dem Google-Betriebssystem Android.

Das veränderte Geschäft lockt auch neue Wettbewerber an – wie den US-Konzern Harman International, der vor allem für Musikanlagen bekannt ist. Harman-Chef Dinesh Paliwal wittert eine Marktlücke. Zur IAA brachte er die App-Plattform „aha“ mit, mit ihr lassen sich Facebook-Nachrichten vorlesen.

Continental gibt sich angesichts der neuen Konkurrenz gelassen. Da der Zulieferer auch Motorelektronik und Bremssysteme liefere, könne man die gesamte Fahrzeugelektronik vernetzten, sagt ein Sprecher. Conti-Chef Elmar Degenhart spricht von vorausschauenden Getriebesteuerungen oder mitdenkenden Gaspedalen. Der IT-Konzern IBM betrachtet die Vernetzung von Autos als einen riesigen Wachstumsmarkt. „Kein Nebenschauplatz, sondern ein strategisches Feld, in das IBM mit aller Kraft hineingehen will“, sagt IBM-Autoexperte Stefan Schumacher. (dpa/dapd/mwe)

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