Commerzbank muss Managern Boni ausbezahlen

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Die Commerzbank muss die Boni an ihre Investmanager ausbezahlen.

Frankfurt/Main - Trotz eines Milliardenverlustes in der Finanzkrise hat ein Londoner Gericht die Commerzbank zu Auszahlung von Boni über 52 Millionen Euro an Investmentbanker verpflichtet.

Banker hatten sich gegen die Kürzung ihrer Sonderzahlung um 90 Prozent zur Wehr gesetzt, das Gericht gab ihnen am Mittwoch recht. “Wir haben das Urteil zur Kenntnis genommen und behalten uns vor, Rechtsmittel dagegen einzulegen“, sagte eine Commerzbank-Sprecherin.

Das Bundesarbeitsgericht hatte im Streit über den gleichen Sachverhalt der Commerzbank Recht gegeben. Für die Bank geht es um eine Altlast aus der Übernahme der Dresdner Bank 2009. Deren Tochter Dresdner Kleinwort, zuständig für das Investmentbanking, hatte den Mitarbeitern 2008 mündlich einen Bonustopf von 400 Millionen Euro versprochen. Später erhielten die Mitarbeiter die Ankündigung schriftlich in Verbindung mit einer Klausel, wonach die Auszahlung im Falle wirtschaftlicher Probleme gekürzt werden könne.

Nachdem Dresdner Kleinwort 2008 ein Minus von 6,5 Milliarden Euro eingefahren hatte, wollte die Bank nur noch zehn Prozent der versprochenen Summe auszahlen. Die Commerzbank flüchtete noch vor der endgültigen Übernahme der Dresdner Bank unter den staatlichen Rettungsschirm und wurde im Gegenzug für 18,2 Milliarden Euro Finanzhilfen teilverstaatlicht.

In Deutschland verloren die Banker vor Gericht

Das Bundesarbeitsgericht hatte Ende vergangenen Jahres letztinstanzlich entschieden, dass die Kürzung des Bonus rechtmäßig gewesen sei. Die Mitarbeiter mit Gerichtsstand in Deutschland mussten sich also mit zehn Prozent des versprochenen Bonus begnügen.

Nun schlossen sich aber 104 Investmentbanker zusammen, die gemäß ihres Vertrages in Großbritannien vor Gericht zogen und siegten, zumindest vorerst. Die Kläger stehen auf dem Standpunkt, dass das Bonusversprechen rechtlich bindend gewesen sei und es sich ohnehin um eine Halteprämie gehandelt habe, nicht aber um eine erfolgsabhängige Zahlung. Das britische Gericht folgte ihrer Argumentation.

dapd

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