Energy Glas erfolgreich im Markt etabliert - neue Produkte sollen Schub bringen

Isolierglas aus Kaserne

Zerbrechliche Ware: Thorsten Kleinhans bereitet eine Scheibe zur Weiterverarbeitung vor. Fotos: Welch/Pinto

Wolfhagen. Scheinbar wahllos greift der Roboter eine sechs mal 3,21 Meter große Scheibe aus dem Lager und legt sie behutsam auf den überdimensionierten Schneidetisch ab. Vollautomatisch wird die zerbrechliche Ware gerade gerückt und auf die gewünschten Maße geschnitten, wobei der Computer genau darauf achtet, das möglichst wenig Verschnitt entsteht. „Wir haben eine der modernsten Fertigungen in Europa“, sagt Hans Franke nicht ohne Stolz.

Der 58-Jährige ist Geschäftsführer und Gesellschafter des jungen Isolierglas-Produzenten Energy Glas GmbH in Wolfhagen (Kreis Kassel), die erst vor gut zwei Jahren auf dem ehemaligen Kasernengelände die Produktion aufgenommen hat. Mittlerweile beschäftigt das stark wachsende Unternehmen 65 feste sowie acht Leiharbeiter. Und Franke geht davon aus, dass er bald 150 Mitarbeiter braucht.

Nach dem Schneiden werden die Scheiben in spezielle Aluminiumrahmen paarweise oder zu dritt miteinander verklebt, wobei die Zwischenräume mit Argon-Gas gefüllt werden. Das steigert die Isolierfähigkeit. Eine besondere Spezialität der Wolfhager sind dabei Spezialanfertigungen und Dreifach-Isoliergläser mit besonders hoher Effizienz. Sie lassen Wärme ins Haus, aber nicht wieder heraus. Angesichts steigender Energiepreise achten Bauherrn immer häufiger darauf, dass das beste Glas am Markt zum Einsatz kommt. „Und das kriegen sie bei uns“, sagt Franke.

Im Sommer 2007 beschlossen er, seine Söhne Kai und Mirco sowie Geschäftspartner Elmar Dohmann, sich selbstständig zu machen. Bis auf Mirco kommen alle aus dem Glasgeschäft. Hans Franke ist ein alter Hase. 36 Jahre war er in führender Stellung für einen großen deutschen Isolierglas-Produzenten tätig.

Hans Franke

Und dann ging es Schlag auf Schlag: Kauf des Bundeswehrgeländes, Verhandlungen mit Behörden und Banken - schließlich hat das Unternehmen sieben Millionen Euro investiert. Im April 2008 startete die Produktion mit 20 Leuten. „Dass wir so schnell Fuß fassen würden, hat uns selbst überrascht“, sagt der Seniorchef. Den Erfolg von Energy Glas führt er vor allem darauf zurück, dass „wir uns besser auf die Kunden einstellen als andere“. Die Produktion sei hochflexibel. Energy Glas liefere schnell in jedem gewünschten Maß.

Hinzu kommt, dass Franke in der Branche einen hervorragenden Ruf genießt. Das öffnete ihm vielen Türen - in Deutschland, Europa und Übersee. Denn mittlerweile beliefern die Wolfhager Glasspezialisten nicht nur Fenster- und Fassadenbauer im Inland, sondern auch Kunden im europäischen Ausland, in Dubai und Südafrika. Die Exportquote liegt bei 30 Prozent - Tendenz steigend.

2009 setzte Energy Glas bereits 8,5 Mio. Euro um, in diesem Jahr sollen es zehn Mio. werden. Und noch wichtiger: Obwohl erst zwei Jahre am Markt, schreibt das Unternehmen nach Angaben Frankes schwarze Zahlen. „Das ging schneller als wir dachten“.

Aber die Geschäftsführung will es nicht allein bei der Produktion von Isolierglas belassen. „Das ist unser Brot- und Butter-Geschäft. Aber wir setzten ganz stark auch auf neue Produke“, sagt Franke.

Von José Pinto

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