Job-Boom beendet: Erster Rückgang seit vier Jahren

Wiesbaden - Der Job-Boom in Deutschland ist vorerst beendet. Erstmals seit vier Jahren ging im zweiten Quartal 2009 die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresvergleich zurück.

Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Im Frühjahr hatten den Angaben zufolge 40,2 Millionen Menschen in Deutschland einen Job, rund 4,4 Millionen von ihnen waren selbstständig. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2008 bedeutet das einen Rückgang um 25 000 Menschen oder 0,1 Prozent.

Im Jahresvergleich war die Beschäftigtenzahl seit dem dritten Quartal 2005 permanent gestiegen. Im Vergleich zum ersten Quartal 2009 hatten zwischen April und Juni 215 000 mehr Menschen in Deutschland einen Job. Dieser übliche Saisoneffekt zum Frühjahr fiel aber nur halb so stark aus wie im vergangenen Jahr. Saisonbereinigt stellten die Statistiker einen Rückgang um 105 000 Menschen oder 0,3 Prozent fest.

In den Wirtschaftsbereichen entwickelte sich die Situation unterschiedlich. Während bei den Dienstleistungen sowie in der Land- und Forstwirtschaft die Beschäftigtenzahlen stiegen, bauten das Produzierende Gewerbe wie auch der Bau deutlich ab. Die Wirtschaftskrise zeigte sich auch in den Kennzahlen für die tatsächlich geleistete Arbeit. So ging die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden pro Beschäftigten um 4,8 Prozent auf 328,8 im Quartal zurück.

Wesentliche Gründe sind dem Bundesamt zufolge die starke Nutzung der Kurzarbeit in der Industrie und der Umstand, dass im zweiten Quartal 2009 drei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen als im Jahr zuvor. Den Höchststand der Erwerbstätigkeit hatte der deutsche Arbeitsmarkt im vierten Quartal 2008 mit 40,68 Millionen Menschen erreicht. Eine Vielzahl der neuen Jobs ist auf ungesicherte Beschäftigungsverhältnisse gegründet. Die “klassische“ Festanstellung geht nach Langzeit-Untersuchungen des Bundesamtes zurück.

dpa

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