Umsatz und Gewinn geben im zweiten Quartal nach

K+S verliert an Fahrt – Kalipreise gesunken

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Wohin steuert der Kalimarkt? Der russische Produzent Uralkali hat die gesamte Branche verschreckt, K+S strich vorsichtshalber die Jahresprognose. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres setzte der Konzern zwar mehr um, verdiente damit aber weniger.

Kassel. Der Kasseler Kali- und Steinsalzkonzern K+S hat in den vergangenen Monaten an Fahrt verloren. Zum Auftaktquartal konnte das im Dax notierte Unternehmen deutliche Umsatz- und Ertragssteigerungen verbuchen.

Die folgenden drei Monate verliefen hingegen so müde, dass der Konzern nicht an die starken Halbjahresergebnisse des Vorjahres herankam, zumal er gleichzeitig die Investitionen auf 302 Millionen Euro mehr als verdoppelte.

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In den ersten sechs Monaten 2013 setzte K+S insgesamt 2,15 Milliarden Euro um, 3,7 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Das Plus ist jedoch nur dem guten Start zu verdanken, denn von April bis Juni rutschte der Umsatz um 12,2 Prozent ab. Bei den Ergebnissen sieht es ähnlich aus. Unterm Strich verdiente der Konzern seit Januar rund 296,1 Millionen Euro und damit 13,6 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Ein Grund für den Gewinnknick: K+S hatte mit Wirkung zum April 2012 das Stickstoffdüngergeschäft an die russische Eurochem verkauft. Rechnet man das heraus, fiel der Überschuss nur vier Prozent niedriger aus.

Im zweiten Quartal sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um gut ein Viertel auf 162,6 Mio. Euro, der Gewinn aus den fortgeführten Geschäften gab um 24,6 Prozent auf 105.9 Mio. Euro nach.

„Das erste Halbjahr war für uns insgesamt erfolgreich“, kommentierte der Vorstandsvorsitzende von K+S, Norbert Steiner, die Zahlen. Doch vor allem für das Hauptstandbein, das Kali- und Magnesiumgeschäft, liefen die Dinge schon einmal besser. Die Kasseler verkauften seit Jahresbeginn zwar etwas mehr Dünger als im Vorjahr, setzten damit aber weniger um, weil die Kalipreise sanken: So kostete die Tonne im ersten Halbjahr durchschnittlich 309 Euro. Vor Jahresfrist war sie knapp 26 Euro teurer. Ungünstig für die Kasseler entwickelte sich auch der Dollarkurs.

Mehr Freude hatte K+S an der Salzsparte. Der Umsatz legte um ein Fünftel zu. Weil K+S nicht nur höhere Mengen absetzte, sondern sie auch zu höheren Preisen verkaufte, schnellte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf knapp 60 Millionen Euro in die Höhe. Trotz des kräftigen Zuwachses bleibt aber das Kali- und Magnesiumgeschäft das Herz des Konzerns. Es trägt zwar nur etwas mehr als die Hälfte zum Umsatz bei, ist aber für fast 90 Prozent des operativen Gewinns verantwortlich.

Doch seit der russische Branchenriese Uralkali Spekulationen über einen Preisverfall lostrat, herrscht Unsicherheit auf dem Kalimarkt. Vor einer Woche strich K+S deshalb die frühere Prognose, die von einem Plus beim operativen Gewinn ausging. Nun gibt sich K+S zurückhaltend: „Es ist wahrscheinlich, dass die erwartete Ergebnisverbesserung im Geschäftsbereich Salz nicht ausreicht, den Ergebnisrückgang im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte auszugleichen.“

Die Aktie sank bis zum Handelsschluss um 1,51 Prozent auf 18,30 Euro. Mehr Informationen und den Geschäftsbericht gibt es hier.

Von Barbara Will

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