SMA kämpft mit Schwankungen bei saisonaler Nachfrage

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SMA trennt sich erneut von Zeitarbeitern – zum zweiten Mal binnen weniger Wochen. Das Archivfoto entstand im März. Ob die abgebildete Person ein Zeitarbeiter ist, ist nicht bekannt. 

Niestetal. Binnen weniger Wochen trennt sich der Solartechnik Hersteller SMA Solar Technology AG aus Niestetal (Kreis Kassel) erneut von Zeitarbeitern.

Von den einst 2100, die über den Kasseler Zeitarbeitspartner Team-Time bei SMA eingesetzt wurden, bekamen am 18. Oktober 500 Zeitarbeiter den vorläufigen Laufpass, am Mittwoch waren es noch einmal 400.

Somit sinkt die Zahl der Zeitarbeiter von Mitte November bis Mitte Dezember auf 1200. Die Zahl der Stammbelegschaft bleibt bei 4300. Die SMA AG, die Wechselrichter produziert, geht davon aus, dass sie „sofern es keine gravierenden Marktveränderungen gibt“ keine weiteren Zeitarbeiter an Team-Time zurückgegeben werden müssen, sagte SMA-Sprecher Volker Wasgindt.

SMA hält zwar nach wie vor an den Prognosen für Umsatz (1,7 bis 1,9 Milliarden Euro) und einem Weltmarktanteil von 40 Prozent fest. Wasgindt räumt aber ein, dass es „schwer vorherzusehen ist, wie sich der Markt entwickeln wird und wie insbesondere die saisonalen Schwankungen ausfallen werden“.

So gehe SMA für 2011 zwar von einem weltweiten Wachstum der Fotovoltaik-Leistung von bis zu 20 Prozent aus, könne „aber auch einen leichten Marktrückgang von bis zu zehn Prozent nicht ausschließen“. So führten saisonal bedingte Unterschiede in der Nachfrage und Änderungen der Rahmenbedingungen - etwa den Förderbedingungen - stets zu extremen Schwankungen in der Auftragslage.

Derartige Einschätzungen hatten auch Analysten geäußert. So setzte das Bankhaus HSBC das Kursziel von 100 auf 90 Euro, da sie in Schlüsselmärkten mit einem Nachfragerückgang von 15 Prozent rechnen. Und: „Für SMA seien die mittelfristigen Risiken zudem vor allem der wachsende Wettbewerb durch Billigproduzenten.“ Auf einen Wendepunkt am deutschen Solarmarkt weisen auch die Analysten von Goldman Sachs hin. Sie reduzierten das Kursziel der im TecDax notierten Aktie von 140 auf 110 Euro.

SMA-Sprecher Wasgindt betonte, dass der Wettbewerb um Marktanteile vor allem über den technologischen Fortschritt entschieden werde. Um die Technologieführerschaft auszubauen, „investiert SMA allein in diesem Jahr 80 Millionen Euro“. Ein Ziel sei, die Kosten in den nächsten fünf Jahren um 50 Prozent zu senken. In der Forschung beschäftigt SMA 600 Ingenieure.

Konkurrenz aus Fernost

Gestern wurde eine Studie der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers zur Solarindustrie in Deutschland bekannt. Demnach steht die Branche vor schwierigen Zeiten. Die Unternehmen geraten durch einen schrumpfenden Heimatmarkt und Konkurrenz aus Fernost unter Druck. So heißt es dort: Bei Wechselrichtern, die Solarstrom netzkompatibel machen, werde Deutschland beträchtliche Anstrengungen unternehmen müssen, um seine Führungsposition auf dem Weltmarkt halten zu können. Die Aktie notierte gestern mit Plus 0,06 Prozent bei 85 Euro.

Von Martina Wewetzer

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