Chemikalien sind Gefahr für Gesundheit

Öko-Test warnt: Einweg-Kaffeebecher mit Chemikalien belastet - Deutsche Umwelthilfe fordert Verbot

Gift in Kaffeebechern entdeckt: Eine Studie zeigt, dass Einwegbecher mit Chemikalien belastet sind. Diese können sich sogar im Körper anreichern.

  • Laut Öko-Test berichtet eine Studie, dass Kaffeebecher mit Chemikalien belastet sind.
  • Im Körper können sich die Chemikalien anreichern.
  • Die Deutsche Umwelthilfe fordert jetzt ein Verbot.

Kassel - Es ist das liebste Getränk der Deutschen: Kaffee - rund 162 Liter werden im Jahr pro Person getrunken. Für viele beginnt der Tag erst nach der ersten Tasse. Die trinkt der ein oder andere auch auf dem Weg zur Arbeit oder zur Uni. Dafür werden häufig Wegwerfbecher verwendet. Wie Öko-Test berichtet, fallen in Deutschland rund 5.300 Einweg-Kaffeebecher pro Minute für Kaffee, Tee und andere Heißgetränke an. Dadurch entsteht ein Abfallberg aus 2,8 Milliarden Bechern.

Jetzt zeigt eine aktuelle Studie, dass die Kaffeebecher eine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Die Deutsche Umwelthilfe warnt vor den gesundheitsschädlichen Chemikalien, die beim Verzehr von Getränken aus den Wegwerfbechern mit Plastikbeschichtung in den Körper gelangen können.

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Öko-Test warnt: Chemikalien in Kaffeebecher enthalten

Wie Öko-Test berichtet, enthalten die Kaffeebecher per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS). Diese wurden im Blut von vielen Jugendlichen und Kindern nachgewiesen.

Die Chemikalien können sich an Proteinen im Blut, in der Leber und der Niere ablagern und sich auf die Gesundheit auswirken. In diesem Zusammenhang können sie die Infektionsanfälligkeit erhöhen und sogar dafür sorgen, dass Babys ein verringertes Gewicht bei der Geburt aufweisen.

Öko-Test macht Verbraucher aufmerksam: Chemikalien in Kaffeebecher gefunden

Aufgrund der Studie fordern jetzt die Deutsche Umwelthilfe und das Umweltbundesamt ein Verbot von PFAS in Verpackungen mit Lebensmittelkontakt. Große Ketten, Bäckereien und Betreiber von Kantinen, die die Kaffeebecher verwenden, sollen dazu verpflichtet werden, ein flächendeckendes System mit Mehrweg-Pfandbechern aufzubauen.

Bereits im Juni hatte das Bundeskabinett die Umsetzung der neuen EU-Kunststoffrichtlinie beschlossen, wie Öko-Test berichtete. Ab Mitte 2021 werden Wegwerfprodukte, wie Trinkhalme, Besteck und Styroporbehälter verboten. Allerdings sind Einwegbecher - etwa für Kaffee - von dem Verbot nicht betroffen. Deshalb fordert die Deutsche Umwelthilfe eine Ausweitung des Verbots auf Einwegbecher und Essensboxen, die aus kunststoffbeschichteter Pappe bestehen.

Das rät Öko-Test: Mehrwegbecher statt Einweg-Kaffee

Statt Einwegbechern sind wiederverwendbare Mehrwegbecher weniger belastend für die Umwelt. Öko-Test rät den Verbrauchern, ihre eigenen Kaffee-Mehrwegbecher wieder zu befüllen lassen oder ein Heißgetränk zum Mitnehmen nur dort zu kaufen, wo es Mehrweg-Pfandbecher gibt.

Eine Firma aus Kassel entwickelte bereits 2018 ein Becher-Tauschsystem gegen die Müllflut. Dieses soll es Kaffee-zum-Mitnehmen-Kunden so einfach wie möglich machen. (Karolin Schaefer)

Rubriklistenbild: © Lena Klimkeit

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