Auf dem Pariser Autosalon haben Franzosen und Japaner die Nase vorn

Paris. Zwischen den Messehallen an der Porte de Versailles in Paris rollen kleine, weiße Transporter von Matra. Lautlos, weil elektrisch angetrieben.

In Halle 4 bei Toyota stehen zahlreiche Hybrid-Autos. Hunderttausende will das japanische Unternehmen kommendes Jahr davon absetzen. Citroën schließlich stellt in Halle 1 das Stadtauto C-Zero aus: Ab sofort zu kaufen und vollelektrisch. Und die Deutschen? Ja, es stimmt, Daimler will nächstes Jahr einen Diesel-Hybrid zeigen. Nur: Peugeot hat schon einen, heute, in Halle 1. Audi stellt einen schönen Sportwagen aus, einen Spyder, ebenfalls elektrisch. Aber ach, er ist nur eine Studie. Niemand kann ihn jemals kaufen. VW-Chef Martin Winterkorn wiegelt in Paris ab, sieht maximal drei bis fünf Prozent Marktanteil für die leisen und abgasfreien Fahrzeuge voraus. In Serie gehen soll der erste E-VW erst in drei Jahren.

Wenn es dann nicht zu spät ist. Frankreich zahlt heute schon jedem Bürger einen „Öko-Bonus“ von satten 5000 Euro, wenn er ein Elektro-Auto kauft. Renault, teilstaatlich, zeigt in Halle 4 so viele Elektro-Autos, dass der Besucher sich fragt, ob das Unternehmen überhaupt noch Benzin- und Dieselmotoren baut. Der französische Staat hat ein strategisches Bündnis aus dem Ölkonzern Total, den drei Automarken und dem staatlichen Stromkonzern Eléctricité de France geschmiedet. Präsident Nicolas Sarkozy treibt das Thema mit Macht voran. Und in Deutschland quält sich Kanzlerin Angela Merkel, überhaupt 500 zusätzliche Millionen Euro für die Forschung zum Elektro-Auto aufzutreiben. Derweil belächeln deutsche Automanager hinter vorgehaltener Hand und vom Gipfel ihrer gegenwärtigen Verkaufserfolge herunter die Anstrengungen der Franzosen. Es besteht die Gefahr, dass die Sache ausgeht wie bei den französischen Partikelfiltern für Dieselmotoren. Erst belacht von deutschen Ingenieuren, dann sehr erfolgreich eingeführt von den Franzosen. Am Ende mussten die deutschen Hersteller holterdipolter nachziehen.

Autosalon Paris 2010: Die Highlights

Autosalon Paris 2010: Die Highlights

Die Hersteller geben sich in Paris optimistisch. So hat VW bis Ende September erstmals mehr als fünf Millionen Autos abgesetzt. Die Wolfsburger kündigten für das gesamte Jahr 70 Neuheiten an. Daimler erwartet für 2010 ein zweistelliges Wachstum der Verkäufe. (dapd)

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