Autobauer will 135 Millionen Vorzugsaktien ausgeben – Absatzplus im September

Kapitale Geldspritze für VW

Starker September: VW steigerte den Absatz um 11,9 Prozent auf 615 100 Autos. Foto: dpa

Wolfsburg. 9,8 Milliarden hätte die geplante Kapitalerhöhung Volkswagen zum derzeitigen Kurs von knapp 74 Euro gestern rein rechnerisch eingebracht. Doch um 135 Millionen neue stimmrechtslose Vorzugsaktien auszugeben, bedarf es der Zustimmung der Hauptversammlung. Eine außerordentliche Hauptversammlung sei nun für den 3. Dezember in Hamburg anberaumt, teilte der Wolfsburger Autobauer mit.

An die Börse gebracht werden sollen die Aktien bis 2014. In einem ersten Schritt, der schon im ersten Quartal 2010 über die Bühne gehen könnte, sollen zunächst vier Mrd. Euro erzielt werden – damit soll die Übernahme von Sportwagenbauer Porsche finanziert werden.

Doch der Kapitalrahmen bis zu 9,8 Mrd. Euro fällt recht groß aus. Dies ließ so manchen Analysten gestern spekulieren, ob nach Porsche weitere Zukäufe angedacht sind. Hoch gehandelt wurden gestern der Kleinwagenhersteller Suzuki und der Lkw- und Motorenbauer MAN. Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte auf der Automesse IAA im September orakelt, er strebe die Übernahme zweier weiterer Marken an.

Das frische Kapital will sich Volkswagen ausschließlich über die Ausgabe von Vorzugsaktien besorgen. Die Gewichtung bei den Stimmaktien wird nicht angetastet: Derzeit hält die Porsche-Holding 51 Prozent, das Land Niedersachsen 20 Prozent und der Investor Katar soll bis zum Jahresende auf 17 Prozent kommen. Sinkt der Streubesitz der Stammaktien im Dax unter zehn Prozent, würde VW seinen Platz im Deutschen Leitindex verlieren. Mit der Kapitalerhöhung könnten aber die Vorzüge diesen Platz besetzen. In Hamburg sollen auch Posten im Aufsichtsrat besetzt und künftige Sonderrechte von Niedersachsen festgezurrt werden. So soll das Land so lange zwei Mitglieder im Aufsichtsrat stellen wie es mit mindestens 15 Prozent an VW beteiligt ist.

Am Freitag hatten die VW-Vorzugsaktien 6,65 Prozent auf 72,81 Euro verloren. Durch die Kapitalerhöhung kommt es zu einer Verwässerung der Aktie, vermutlich deshalb hatten etliche Aktionäre gestern noch Gewinne mitgenommen. Die Stammaktien – jene mit Stimmrecht – notierten gestern bei 117,69 Euro, 1,31 Prozent weniger als am Vortag.

Trotz der Krise in der Autobranche verzeichnete VW für den Monat September ein Absatzplus von 11,9 Prozent auf 615100 Fahrzeuge. Von Januar bis September sank der Konzernabsatz lediglich um 0,5 Prozent auf 4,76 Mio. Autos.

Von Martina Wewetzer

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