Gewinnrückgang für 2011 erwartet - aber in diesem Jahr läuft es besser als gedacht

SMA kappt Erwartungen

Von Rekord zu Rekord: Der Markt für Solaranlagen wächst und der Niestetaler Wechselrichter-Hersteller SMA profitiert davon.

Niestetal. Der Solartechnik-Spezialist SMA Technology AG in Niestetal (Kreis Kassel) wird 2010 mehr Geld verdienen, als zunächst erwartet. Das im TecDax börsennotierte Unternehmen hob am Mittwoch die Umsatz- und Gewinnprognosen zum zweiten Mal in diesem Jahr deutlich an.

Der Ausblick für 2011 fällt hingegen weniger sonnig aus: Der Umsatz soll zwar auf dem hohen Niveau bleiben, der Ertrag aber sinken. Den Anlegern gefiel das nicht. Der Kapitalmarkt reagierte prompt. Nach anfänglichen Kursgewinnen verlor die SMA-Aktie bis zum Abend 5,11 Prozent auf genau 84 Euro. In der Spitze hatte das Minus bei fast 6,5 Prozent gelegen.

Das Unternehmen mit fast 6000 Beschäftigten stellt Wechselrichter her, die den Gleichstrom aus Solaranlagen in netztauglichen Wechselstrom umwandeln und hat sich damit weltweit einen Marktanteil erobert, der in diesem Jahr bei mehr als 40 Prozent liegen dürfte.

Einen Umsatz von 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro erwartet SMA jetzt, rund 100 Millionen mehr als noch im Juli vorausgesagt. Auch die Gewinnaussichten haben sich verbessert. Das Unternehmen rechnet mit einer Ebit-Marge von 26,5 bis 28,5 Prozent. Diese Kennziffer gibt an, wie viel vom Umsatz als Gewinn vor Zinsen und Steuern übrig bleibt – nach den neuesten Erwartungen wären es 450 Millionen bis 541 Mio. Euro. Noch vor zwei Monaten hatte SMA mit höchstens 486 Mio. Euro gerechnet, das ist mehr als das Doppelte des Vorjahreswertes. Die Investitionen sollen sich von 160 Mio. auf 210 Mio. Euro erhöhen.

Weltweit werden in diesem Jahr Fotovoltaik-Anlagen aufgebaut, die bis zu 17 Gigawatt Strom erzeugen können – das entspricht der Leistung von 14 Kernkraftwerken. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf Deutschland. Im Ausland treiben Südeuropa und die USA das Wachstum voran.

Doch 2011 werde sich die Situation ändern: Die Leistung der neu installierten Solaranlagen könnte zwar um ein Fünftel höher ausfallen als in diesem Jahr, ein Marktrückgang um bis zu zehn Prozent lasse sich aber auch nicht ausschließen. Der Grund für die vage Vorhersage: In einigen Ländern haben sich die Förderbedingungen für die Sonnenenergie verändert oder werden neu gefasst. Das erschwert eine exakte Einschätzung des Marktes.

Zwischen 1,5 und 1,9 Mrd. Euro Umsatz peilt SMA auch 2011 an. Beim Ertrag werden die Erwartungen hingegen leicht zurückgeschraubt: Bei einer Ebit-Marge von geschätzten 21 bis 25 Prozent blieben vor Zinsen und Steuern 315 bis 475 Mio. Euro als Gewinn.

Von Barbara Will

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