"Zeit zu Ende, in der wir über Schließungen nachdenken müssen"

Karstadt-Chef stellt Neueröffnungen in Aussicht

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Laut Karstadt-Chef Stephan Fanderl geht es dem Warenhauskonzern zunehmend besser. Foto: Rolf Vennenbernd

Düsseldorf - Warenhaus-Chef Stephan Fanderl blickt optimistisch in die Zukunft. Zusätzliche Filialschließungen oder ein weiterer Personalabbau seien kein Thema mehr. Im Gegenteil: Die Warenhauskette wolle "auch mal wieder eine Filiale eröffnen".

Lange Zeit machte die Warenhauskette Karstadt vor allem mit Filialschließungen und Personalabbau Schlagzeilen. Doch nun will Karstadt-Chef Stephan Fanderl das Ruder herumreißen.

"Jetzt ist die Zeit zu Ende, in der wir über Schließungen nachdenken mussten. Wir suchen Wachstum, wollen auch mal wieder eine Filiale eröffnen", sagte der Manager im Gespräch mit dem "Handelsblatt".

Ein neues Warenhaus habe es in Deutschland seit vielen Jahren nicht mehr gegeben, hob Fanderl hervor. Wo und wann ein neues Karstadt-Haus die Tore öffnen könnte, wollte der 52-Jährige nach Angaben des "Handelsblattes" mit Verweis auf noch laufende Mietverhandlungen allerdings nicht sagen. Auch die Zeit der Stellenstreichungen sei bei Karstadt vorbei. Es gebe "keine Pläne für einen weiteren Personalabbau".

Das operative Ergebnis habe sich bei Karstadt in den vergangenen 15 Monaten deutlich verbessert, betonte der Manager, widersprach aber nicht der Einschätzung, dass die Warenhauskette unter dem Strich noch immer deutlich rote Zahlen schreibe.

Als wichtigsten Konkurrenten für Karstadt sieht Fanderl den boomenden Onlinehandel. Doch stehe der Essener Warenhauskonzern auch in diesem Bereich inzwischen wieder besser da. "Wir haben die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres erstmals in unserer E-Commerce-Geschichte schwarze Zahlen geschrieben", betonte er.

Karstadt werde das Online-Geschäft aus eigener Kraft vorantreiben, kündigte er an. Rentabel zu machen sei das aber nur, wenn man sich von der Idee verabschiede, im Internet einfach das gleiche Sortiment anzubieten wie in den Filialen. "Wir bieten daher online in einigen Bereichen eine größere und in anderen eine kleinere Auswahl als stationär. So werden wir jetzt wachsen, bei Umsatz und Ergebnis", meinte Fanderl. Auch Zukäufe in diesem Bereich schloss er nicht aus.

In dem durch den Ausstieg von Karstadt aus der Tarifbindung ausgelösten Streit mit der Gewerkschaft Verdi machte Fanderl wenig Hoffnung auf eine schnelle Lösung. "Wir können und werden schlichtweg keine zu teueren Tarifabschlüsse mit der Verdi-Bundestarifkommission vereinbaren, die für Karstadt nicht bezahlbar sind und alles, was wir bisher erreicht haben, ins Risiko stellen."

Handelsblatt-Interview (kostenpflichtig)

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