Tarifverhandlungen vertagt

Karstadt kündigt tiefe Einschnitte an

Essen - Karstadt nimmt Kurs auf eine harte Sanierung. Mit dieser Botschaft stimmt das angeschlagene Warenhausunternehmen seine 17.000 Beschäftigten auf „einschneidende Veränderungen“ ein. Doch es gibt auch Hoffnung.

Kurz vor der dem mit Spannung erwarteten Treffen des Karstadt-Aufsichtsrats hat Interimschef Miguel Müllenbach die Belegschaft der Warenhauskette nach einem Medienbericht auf tiefe Einschnitte eingestimmt. Die Sanierung werde „einschneidende Veränderungen“ nach sich ziehen, nicht zuletzt auch durch „entschiedene Einsparungen von Personal- und Sachkosten“, zitierte das Fachmagazin „Der Handel“ am Dienstag aus dem Schreiben. Ein Karstadt-Sprecher bestätigte auf Anfrage lediglich die Existenz des Mitarbeiterbriefs, wollte aber zu den Inhalten keine Stellung nehmen.

Auch die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die rund 17 000 Karstadt-Beschäftigten nach dem Einstieg des neuen Karstadt-Investors René Benko wurde in Göttingen ohne abschließende Einigung beendet. Die Gespräche sollen am 17. November fortgesetzt werden. Dann solle nach den Sport- und Warenhäusern über die Lage in den Karstadt-Luxushäusern diskutiert werden, hieß es.

Die von der Arbeitgeberseite geforderten Einschnitte für die Beschäftigten seien von der Gewerkschaft abgelehnt worden, sagte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes. Dabei sei es unter anderem um eine Streichung des Urlaubs- und Weihnachtsgelds gegangen. Am kommenden Donnerstag berät dann in Essen der Aufsichtsrat über den weiteren Sanierungskurs.

Das zurückliegende Geschäftsjahr habe zu den schwierigsten in der Geschichte von Karstadt gehört, hieß es nach dem Medienbericht weiter. Ein „nach wie vor defizitäres Ergebnis“ mach die Notwendigkeit einer harten Sanierung „unausweichlich“. Dennoch habe das Unternehmen erstmals seit drei Jahren eine operative Ergebnisverbesserung geschafft, so dass es nun auch mit Hilfe des neuen Eigentümers möglich sei, das kommende Weihnachtsgeschäft und die Sanierung solide zu finanzieren.

Mit dem Sanierungsprogramm sei Karstadt auf gutem Weg, hieß es. So seien Warenbestände abgebaut und Verträge mit Lieferanten neu verhandelt worden. Es bestehe eine sehr gute Chance, Karstadt vorwärts zu bringen und „wieder Geld über die Ladenkasse“ zu verdienen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.