Verbotene Preisabsprachen

Kartellamt verhängt hohe Geldbußen gegen Wellensteyn und P&C

+
Das Logo des deutschen Jackenherstellers Wellensteyn. Foto: Patrick Seeger/Illustration

Bonn (dpa) - Wegen verbotener Preisabsprachen hat das Bundeskartellamt Geldbußen von rund 10,9 Millionen Euro gegen den Kleidungshersteller Wellensteyn und die Handelskette Peek & Cloppenburg Düsseldorf verhängt.

Wellensteyn habe dem Textilhandel zwischen 2008 und 2013 Mindestverkaufspreise vorgegeben sowie Preisreduzierungen und den Internetvertrieb untersagt, teilte Kartellamtspräsident Andreas Mundt mit. Habe sich ein Händler nicht an die Vorgaben gehalten, seien Liefersperren angedroht und in einer Reihe von Fällen auch umgesetzt worden.

P&C Düsseldorf habe sich nicht nur auf diese Vorgaben eingelassen, sondern darüber hinaus Wellensteyn selbst dazu aufgefordert, gegen Preisunterschreitungen von anderen Händlern vorzugehen. Derartige Vereinbarungen seien grundsätzlich verboten, betonte die Behörde.

Das Kartellamt befürchtet offenbar, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. "Es gibt Hinweise darauf, dass solche und ähnliche Preisbindungspraktiken in der Textilbranche über den vorliegenden Fall hinaus Bedeutung haben könnten. Das wären klare Verstöße gegen das Kartellverbot", sagte Mundt.

Bußgeldmindernd berücksichtigte das Kartellamt, dass die Unternehmen Fehlverhalten einräumten und damit den Weg zur einvernehmlichen Beendigung des Verfahrens frei machten.

Der Hersteller Wellensteyn mit Sitz in Norderstedt (Schleswig-Holstein) wollte sich am Dienstag nicht weiter äußern, P&C Düsseldorf war zunächst nicht zu erreichen. Die Bußgelder sind noch nicht rechtskräftig. Die unabhängige Handelskette P&C Hamburg ist von der Entscheidung des Kartellames nicht betroffen.

Mitteilung des Bundeskartellamts

Bundeskartellamt zur Settlement-Praxis

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.