Bringdienst wehrt sich gegen Vorwürfe

Mysteriöser Zettel im Netz: Behält Lieferando das Trinkgeld? Das steckt wirklich dahinter

Ein mysteriöser Zettel kursiert im Netz: Der Bringdienst Lieferando soll seinen Boten kein Trinkgeld auszahlen, dass Kunden per App verteilen können. Das steckt wirklich dahinter.

  • Bei Lieferando können Kunden jetzt Trinkgeld per App geben.
  • Doch im Netz kursieren schwere Vorwürfe gegen Lieferando, sie würden das Trinkgeld nicht auszahlen.
  • Das steckt wirklich dahinter.

Kassel - Keine Lust zu kochen? Kein Problem - bei Lieferando gibt es zahlreiche Anbieter, die Pizza, Burger, Nudeln und vieles mehr bis vor die Haustür liefern. Gerade in Zeiten von Corona wird das Angebot von vielen Verbrauchern genutzt.

Seit geraumer Zeit können Kunden nun bei Lieferando ihren Boten ein digitales Trinkgeld geben, um Kontakt zu vermeiden und die Fahrer vor dem Coronavirus zu schützen. Nutzer können entscheiden, ob sie dem Service fünf, zehn oder 15 Prozent des Warenwerts als Trinkgeld verteilen. Allerdings kursieren, wie Chip.de berichtet, im Netz schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen, sie würden das Trinkgeld in ihre eigene Tasche stecken und nicht an die Lieferboten auszahlen.

Schwere Vorwürfe gegen Lieferando: Bringdienst soll Trinkgeld nicht auszahlen

Vor einigen Tagen bestellte sich Linken-Politikerin Sonja Neuhaus Essen über den Bringdienst Lieferando. Entsprechend überrascht reagierte sie, als der Lieferbote neben der Bestellung auch einen mysteriösen Zettel überreichte. Der Verfasser des Flugblattes bittet, das Trinkgeld weiterhin bar den Kurieren zu übergeben, da Lieferando das Geld über die neue Zahlungsweise nicht auszahle. „Wir als Pizza Lieferanten bekommen leider keines“, heißt es auf dem Flyer.

Die Politikerin veröffentlicht ein Foto des mysteriösen Zettels im Netz. Daraufhin wird der Beitrag über 500 Mal geteilt und mehrfach kommentiert. Neuhaus erklärt zusätzlich, dass der Zettel von einer Pizzeria aus Essen stammt.

Lieferando in der Kritik: Bringdienst wehrt sich gegen Vorwürfe

Doch Lieferando wehrt sich gegen die Vorwürfe aus dem Netz. Eine Sprecherin von TakeAway, ein Unternehmen zu dem Lieferando gehört, versichert, dass der Bringdienst das Geld im vollen Umfang an die Kuriere und Partner-Restaurants weiterleite. Man müsse allerdings zwischen angestellten Fahrern und den Fahrern unterscheiden, die bei den Restaurants angestellt sind.

Fahrer, die bei Lieferando angestellt sind, erhalten das Trinkgeld nach Angaben der Pressesprecherin steuerfrei und ohne Abzüge zu ihrem Monatsgehalt. Wobei hingegen Fahrer, die bei den Partner-Restaurants angestellt sind und für den Bringdienst Essen ausfahren, das Geld direkt über das Restaurant erhalten. Lieferando soll das Trinkgeld aus der App wöchentlich mit einer genauen Auflistung überweisen.

UnternehmenJust Eat Takeaway
SitzAmsterdam (Niederlande)
Gründung1999
Umsatz (2019)415,88 Millionen Euro

Lieferando wehrt sich gegen Vorwürfe - Das steckt wirklich dahinter

„Das Trinkgeld geht hierbei selbstverständlichen nicht an Lieferando.de, sondern direkt an die Fahrer und Restaurant-Partner“, beteuert die Sprecherin. Trotzdem beklagen viele Kuriere, dass sie kein Geld erhalten haben. Häufig würden die Restaurants auch das Trinkgeld unter den Fahrern aufteilen.

Das Problem: Fahrer, die wegen ihrem guten Service einen höheren Bonus bekommen haben, erhalten die gleiche Summe, wie Boten, die nicht so gut punkten konnten. Dazu erklärt Lieferando: „Wir appellieren nachdrücklich an unsere Partner, das Trinkgeld direkt an ihr Personal weiterzugeben und haben diese mehrfach und proaktiv über unsere neue Online-Trinkgeld-Funktion informiert.“

Lieferando äußert sich zu Vorwürfen im Netz

Sollte ein Restaurant das ausgeschüttete Trinkgeld nicht verteilen, können sich betroffene Fahrer jederzeit beim Kundenservice des Lieferdienstes melden. Wer dennoch auf die neue Funktion von Lieferando verzichten möchte, könne das Geld trotzdem kontaktlos überreichen, beispielsweise mittels eines Umschlags.

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50 Bringdienste liefern Pizza, Döner und Asia ins Haus. Daran verdienen sie kaum, die Online-Konkurrenz (Lieferando) ist groß. Ihr wollen sie einen Kasseler Lieferdienst entgegensetzen. (Karolin Schaefer)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler

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