Nordhessen Champions

„Offen für Vielfalt“: Kassel rückt zusammen – Gemeinsam für Demokratie und Vielfalt

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und der Journalist und Rechtsextremismus-Experte Olaf Sundermeyer im Gespräch.
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Diskussionsrunde zum Thema „Demokratie stärken“: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und der Journalist und Rechtsextremismus-Experte Olaf Sundermeyer im Gespräch über den Umgang mit einer zunehmend enthemmten rechtsextremen Gewalt in Deutschland.

Seit zwei Jahren zeigt Kassel mit der Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ deutlich Flagge für Vielfalt, Toleranz und ein respektvolles Miteinander.

In der Initiative engagieren sich mittlerweile bereits 23 Unternehmen, Vereine und Organisationen aus der Region. Für sie alle war nach den Anschlägen in Chemnitz und Halle, aber insbesondere auch nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke klar: Es ist Zeit aufzustehen gegen Hass und Hetze und sich aktiv für Demokratie und Respekt einzusetzen.

Für eine weltoffene Region Nordhessen: Dagmar Krauße von Wintershall Dea.

Das Kasseler Stadtbild wurde seitdem durch die kostenlos bestellbaren Kampagnen-Türschilder „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ bunter: An Büros, in Schaufenstern und an Fensterscheiben in Wohnvierteln ist das Türschild in der ganzen Stadt sichtbar und zeigt das Bekenntnis der Kasseler Bürger für Vielfalt und Toleranz. Für diese grundlegenden Werte engagieren sich auch zahlreiche andere lokale Organisationen und Projekte mit unermüdlicher Leidenschaft. Daher unterstützt die Initiative „Offen für Vielfalt“ – über die eigenen Aktionen und Veranstaltungen hinaus – auch das Engagement dieser externen Organisationen. So zeichnet die Toleranz-Initiative unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Ilona Friedrich im Herbst 2020 bereits zum zweiten Mail die „Vielfalt-Verstärker“ in der Region Kassel aus.

Um ein deutliches Signal für Toleranz und eine offene Gesellschaft zu setzen, veranstaltete „Offen für Vielfalt“ im Mai 2020 eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde zum Thema „Demokratie stärken“. Die Diskussionsveranstaltung fand wegen der Corona-Pandemie im Digital-Format statt und wurde live im Internet übertragen. Vor Ort diskutierten unter anderem die Bundesjustizministerin Christine Lambrecht, die Hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und der Rechtsextremismus-Experte Olaf Sundermeyer, um Lösungen für den Umgang mit einer zunehmend enthemmten rechtsextremen Gewalt in Deutschland aufzuzeigen. Die Veranstaltung war der Auftakt einer Reihe von Aktionen, um ein Jahr nach dem Mord an Walter Lübcke klar zu zeigen, dass in Kassel und Nordhessen kein Platz für rechte Hetze und Intoleranz ist.

Bekenntnis für Vielfalt und Toleranz: Die Initiative ist inzwischen überall in Kassel sichtbar.

Zum Jahrestag der Ermordung Walter Lübckes initiierte „Offen für Vielfalt“ im Juni 2020 gemeinsam mit dem Kasseler Regierungspräsidium die Mitmach- und Plakatkampagne „Demokratische Werte sind unsterblich!“, um das Andenken an Walter Lübcke lebendig zu halten und sein Engagement für eine offene, tolerante Gesellschaft zu ehren. Ganzseitige Anzeigen in der regionalen Presse, Bussen, Bahnen, Geschäften, Büros und große Banner am Regierungspräsidium und weiteren Standorten machten sichtbar, wie die Stadt zusammenrückt – für Toleranz und Menschlichkeit. Auch zum Prozessauftakt gegen Lübckes mutmaßlichen Mörder in Frankfurt war die Initiative präsent – mit großer Wirkung in den Medien. So zeigte einmal mehr eine ganze Region Flagge für Vielfalt und Respekt. Die Unternehmen, Vereine und Organisationen hinter der Initiative „Offen für Vielfalt“ sind sich bewusst, dass Toleranz und demokratische Werte immer wieder aufs Neue verteidigt werden müssen und dass neben Politik und Zivilgesellschaft auch Unternehmen als gesellschaftliche Akteure hierzu in der Pflicht sind. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht ist sich sicher: Wenn es ein solches Engagement für Vielfalt und demokratische Werte in jeder Stadt gäbe, wäre Deutschland einen deutlichen Schritt weiter im Kampf gegen den Rechtsextremismus. (NH)

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