Wintershall-Chef für Bohrtechnik Fracking in Deutschland

Kassel. Der größte deutsche Öl- und Gaskonzern Wintershall fordert den Einsatz der umstrittenen Fracking-Technologie bei der Gasförderung in Deutschland. "Ohne Fracking wird die Gasproduktion in Deutschland schnell zurückgehen", sagte der Chef der BASF-Tochter mit Sitz in Kassel, Rainer Seele, dem "Handelsblatt".

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"Aber wird sind auch für höchste Umweltstandards dabei." Per Fracking kann Gas aus bisher schwer zugänglichen Lagerstätten gefördert werden. Dabei werden Wasser, Sand und Chemikalien mit hohem Druck in das Gestein gepumpt, um es aufzusprengen. Dann kann Gas Richtung Bohrloch strömen. Kritiker sehen eine Gefahr für die Umwelt, vor allem für das Trinkwasser.

Die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) lehnt das Fracking für nordhessische Lagerstätten ohne eine Auswertung von bundesweiten Gutachten hingegen ab. Konkrete Erkundungsmaßnahmen könne es erst geben, wenn die Gutachten mit Blick auf die hessischen Bedingungen ausgewertet seien, erklärte Puttrich in einer Mitteilung. Damit habe sie das Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) beauftragt. Sie rechne mit einem Ergebnis Anfang 2013. Am Freitag macht der Umweltausschuss des Landtags eine Anhörung zum Fracking in Kassel.

Nach Seeles Ansicht ist Fracking auch wichtig für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit: "Ohne eigene Gasförderung in Deutschland haben wir keine Referenzen, die wir im Werben um Lagerstätten-Beteiligungen international erfolgreich einsetzen können."

Wintershall selbst steuert nach Einschätzung von Analysten in diesem Jahr auf einen Rekordgewinn zu. Dazu beitragen dürften vor allem die starke Produktionssteigerung in Libyen. Seele sagte dem Handelsblatt: "Statt 75.000 Barrel produzieren wir derzeit 85.000 Fass Rohöl pro Tag, erreichen so ein deutlich höheres Förderniveau als erwartet." 2011 hatte die BASF-Tochter dank des hohen Ölpreises erstmals mehr als eine Milliarde Euro Gewinn erzielt. Der Jahresüberschuss stieg zum Vorjahr um 15 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Der Umsatz legte um 12 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro zu. (dpa)

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