Rheinmetall und KMW Wegmann machen Großteil des Umsatzes mit Waffenexporten

Kasseler mischen stark mit

Im Ausland begehrt: Der schwere Kampfpanzer Leopard versieht in mehr als 20 Ländern zum Teil seit Jahrzehnten seinen Dienst. Unser Foto zeigt den damaligen Hauptmann Thomas Huber, der auf einer Bundeswehr-Ausstellung in Baunatal die Abdeckung der Kanone entfernt. Foto: Müller

Kassel. Deutschland ist nach den USA und Russland der weltweit drittgrößte Waffenexporteur. Nach Erhebungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri hat Deutschland seinen Weltmarkanteil bei Rüstungsgütern zwischen 2005 und 2009 auf zuletzt elf Prozent gesteigert. Im Fünfjahreszeitraum davor hatte der Anteil Deutschlands laut Sipri noch bei sechs Prozent gelegen. Zum Vergleich: Amerikaner und Russen hielten 2009 Anteile von 30 und 23 Prozent.

2008 erteilte die Bundesregierung insgesamt gut 16 000 Ausfuhrgenehmigungen über insgesamt 5,78 Milliarden Euro. Zahlen für 2009 liegen noch nicht vor. Besonders begehrt sind im Ausland vor allem deutsche U-Boote sowie Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, die zu einem großen Teil aus Kasseler Produktion stammen. Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetall stellen in Nordhessen mit insgesamt 2600 Beschäftigten militärisches Gerät her.

Für Rheinmetall ist der Export von jeher ein ganz wichtiges Geschäft. Fast zwei Drittel des Umsatzes der Rüstungssparte von insgesamt 1,9 Milliarden Euro erzielte der Düsseldorfer Konzern 2009 im Ausland. Die Kunden sind nach Angaben eines Sprechers ganz überwiegend Nato-Mitglieder. Aktuelle Auslandsaufträge sind 32 ABC-Spürfüchse für die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Pionierpanzer für Schweden und die Niederlande, Marineschutzsysteme für Finnland, Norwegen, Schweden, Kanada, VAE und den Oman. Hinzu kommen Marinegeschütze für Kuwait und die USA, Flugabwehrsysteme, Waffen und Munition für Großbritannien und die USA sowie Simulationstechnik für Asien.

KMW war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Jedoch dürfte der Exportanteil des Panzerbauers, der für 2009 ein Umsatzziel von „mehr als eine Mrd. Euro“ genannt hatte, ähnlich hoch wie bei Rheinmetall sein. Allein die schweren Kampfpanzer Leopard I und II sind in mehr als 20 Ländern im Einsatz. Die größten aktuellen Exportaufträge: Die Instandsetzung und Modernisierung von 64 Panzern aus Bundeswehrbeständen für Singapur und 220 für Brasilien. Griechenland hat 333, die Türkei 298 Leos übernommen.

Während die Grünen angesichts der zunehmenden Ausfuhr von Waffen ein Vetorecht des Bundestages bei solchen Geschäften forderten, plädieren die Linken für einen generellen Exportstopp. Die SPD kann derweil „nichts Verwerfliches daran finden, wenn deutsche Firmen Nato-Partner beliefern“, wie der sicherheitspolititische Sprecher der Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, erklärte. Bei Lieferungen in andere Länder müsse man sehr kritisch sein.

Von José Pinto

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