Anstehende Verhandlungen

Kassen wollen Ärzten Honorare kürzen

Berlin - Die gesetzlichen Krankenkassen wollen bei den anstehenden Verhandlungen mit der Ärzteschaft Honorarkürzungen durchsetzen.

Zwischen Krankenkassen und Ärzten zeichnet sich ein hartes Ringen um die zukünftigen Honorarzuweisungen ab: Der GKV-Spitzenverband forderte am Donnerstag die Gesamtvergütung im kommenden Jahr um 2,2 Milliarden Euro zu senken. Das wäre ein durchschnittliches Minus von 19.000 Euro pro Praxis. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) nannte warnte derweilen vor “Hamsterradverhältnissen für Ärzte“ - und forderte 3,5 Milliarden Euro mehr Gesamtvergütung.

In der kommenden Woche wollen GKV und KBV ihre Anträge für die Verhandlungen vorlegen und zu ersten Gesprächen zusammenkommen. Bis Ende August müssen die beiden Parteien dann im Bewertungsausschuss zu einem Ergebnis gelangen. Im Streitfall wird die sechsköpfige Verhandlungsrunde um drei unabhängige Mitglieder erweitert.

Honorarforderungen “völlig überzogen“

In einer von der Wirtschaftsberatung Prognos für den GKV-Spitzenverband erarbeiteten Studie wird eine Senkung des Orientierungswertes von derzeit 3,50 auf 3,25 Cent vorgeschlagen. Der Orientierungswert entscheidet im Wesentlichen darüber, wie viel Geld den Kassenärzten zugewiesen wird. Der KBV-Vorsitzende Andreas Köhler fordert dagegen eine Anhebung des Orientierungswertes auf etwa 3,90 Cent.

Dieser Betrag sei notwendig, um die gestiegenen Betriebskosten und die Inflation seit 2008 auszugleichen, sagte Köhler. Der stellvertretende Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, nannte diese Forderung “völlig überzogen“. Die Vergütung der Vertragsärzte müsse sich künftig wieder ihrem Aufwand anpassen. “Sinkende Kosten je Leistung, eine bessere Auslastung der Praxen und andere Wirtschaftlichkeitsreserven in der vertragsärztlichen Versorgung gehören ebenso auf den Verhandlungstisch wie Preis und Mengen“, fügte Stackelberg hinzu.

dapd

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