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Illegale Einkaufspraktiken? Kaufland droht eine drastische Millionenstrafe

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Von: Sarah Neumeyer

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Kaufland droht in Polen eine Strafe in Millionenhöhe.
Kaufland droht in Polen eine Strafe in Millionenhöhe. © Jakub Porzycki/Imago

Kaufland droht eine Strafzahlung in Millionenhöhe. Die polnische Wettbewerbsbehörde wirft der Supermarkt-Kette illegale Einkaufspraktiken sowie falsche Preisauszeichnungen vor.

Kassel - Dem deutschen Lebensmittelhändler Kaufland droht eine Strafe in Millionenhöhe. Die polnischen Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde UOKiK wirft dem Unternehmen falsche Preisauszeichnungen von Waren und illegale Einkaufspraktiken vor, berichte die Lebensmittelzeitung (LZ). Die Wettbewerbsbehörde hat Kaufland daher eine Strafzahlung in Höhe von rund 30,6 Millionen Euro auferlegt.

Kaufland kann gegen die Entscheidung noch Rechtsmittel einlegen. Auf eine Anfrage der LZ wollte sich die Schwarz Gruppe, zu der Kaufland sowie Lidl* gehören, nicht zu dem laufenden Verfahren äußern. Das Verfahren war bereits im Juni bekannt geworden, nun wurde ein Großteil der Strafen verhängt. Im Sommer hatte die Schwarz Gruppe betont, dass man sich „selbstverständlich in allen Ländern an die jeweils geltenden Gesetze“ halte. 

Kaufland muss 30,6 Millionen Euro Strafe zahlen

„Das Verhalten des Unternehmens verstieß gegen die guten Sitten und stellte eine unlautere Ausnutzung einer stärkeren Verhandlungsposition dar“, sagte UOKiK-Präsident Tomasz Chróstny der LZ. Die polnische Wettbewerbsbehörde wirft Kaufland demnach unfaire Handelspraktiken vor. Bei Verhandlungen mit Lieferanten seien die Konditionen für ein neues Jahr erst nach dem Beginn des Vertragszeitraums festgelegt worden.

Das Unternehmen habe in den neuen Verträgen oft zusätzliche Rabatte eingeführt oder bestehende Rabatte rückwirkend erhöht. Lieferanten mussten daher offenbar Ausgleichszahlungen leisten. Laut Chróstny wurden von insgesamt 72 Lieferanten umgerechnet 8 Millionen Euro in den Jahren 2018 bis 2020 gezahlt. Kaufland soll zudem zusätzliche Rabatte berechnet haben, die nicht in den Verträgen vorgesehen waren. Laut der Wettbewerbsbehörde geht es um 176 Fälle und umgerechnet 6,5 Mio. Euro, berichtet die LZ.

Kaufland in Polen: Falsche Auszeichnung von Gemüse

Ein weiterer Vorwurf gegen Kaufland: Die Supermarkt-Kette soll Gemüse in polnischen Kaufland-Filialen fehlerhaft gekennzeichnet haben. Demnach soll Gemüse, das laut der Auszeichnung aus Polen kam, stattdessen aus Deutschland oder den Niederlanden gestammt haben. Laut dem Chef der Wettbewerbsbehörde hätten die Kontrolleure in Kaufland-Filialen regelmäßig falsche Informationen über die Herkunft der Ware gefunden, berichtet die LZ.

In Deutschland hat Kaufland nach der Zerschlagung von Real, einige Filialen übernommen. Das hatte zum Teil ungewöhnliche Auswirkungen. (Sarah Neumeyer) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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