Kaufprämie für Elektroautos wird wahrscheinlicher

+
E-Autos sollen für Autobesitzer endlich attraktiver werden - auch mit Geld direkt vom Staat? Foto: Bernd Thissen/Archiv

E-Autos sollen für Autobesitzer endlich attraktiver werden - auch mit Geld direkt vom Staat? Vor einer Runde im Kanzleramt zeichnet sich ein Modell ab - Regierung und Branche müssen aber noch darum ringen.

Berlin (dpa) - Käufer von Elektroautos können auf Zuschüsse von einigen Tausend Euro hoffen. Vor einem Treffen der Bundesregierung der deutschen Autobranche ist eine Kaufprämie von bis zu 5000 Euro für reine E-Autos und von 3000 Euro für Hybridfahrzeuge mit ergänzendem Verbrennungsmotor im Gespräch.

Wie am Montag aus Koalitionskreisen weiter verlautete, besteht der Bund jedoch darauf, dass sich die Industrie zur Hälfte an den Kosten einer Kaufprämie von rund 1,2 Milliarden Euro beteiligt. Inwiefern dieser Anteil zustande kommt, war ungewiss. Entschieden war zunächst noch nichts, hieß es in Berlin.

Die Kaufprämie könnte den vorbereitenden Überlegungen zufolge noch in diesem Jahr starten und 2018 auf 3000 Euro für reine "Stromer" und 2000 Euro für Hybride gesenkt werden. Gefördert würden demnach nur E-Modelle, die bis zu 60 000 Euro Listenpreis kosten.

Insgesamt würde der Bund bis zu eine Milliarde Euro zusätzlich aufbringen. Davon entfielen bis zu 600 Millionen Euro auf Kaufprämien und 300 Millionen Euro auf den Ausbau des Ladenetzes. Zu finanzieren wäre dies über den Energie- und Klimafonds, wie auch das "Handelsblatt" berichtete.

Von dem abendlichen Treffen bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) soll ein Signal ausgehen, um die Elektro-Mobilität voranzubringen, wie Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz sagte. Sie legte sich nicht darauf fest, dass alle Punkte geklärt werden können.

Zu der Runde gehören auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und weitere Minister. Die Regierung hat das Ziel ausgegeben, dass 2020 eine Million E-Autos unterwegs sein sollen. Zu Jahresbeginn waren aber erst 25 500 E-Autos und 130 000 Hybride zugelassen - bei 45 Millionen Pkw insgesamt.

Weitere Elemente eines Förderpakets hatten die Fraktionsspitzen von Union und SPD in der vergangenen Woche festgehalten. So sollen reine E-Autos - befristet für Käufe bis Ende 2020 - zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit sein. Wenn Arbeitnehmer ihr E-Auto in der Firma aufladen, sollen sie es nicht als geldwerten Vorteil versteuern müssen. Beim Bund soll bei Pkw-Beschaffungen für den Fuhrpark ab 2017 ein E-Auto-Anteil von 20 Prozent greifen.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.