Kasseler Kali- und Salzproduzent legt gute Quartalszahlen vor und erhöht die Absatzprognose

K+S kehrt in Erfolgsspur zurück

Norbert Steiner

Kassel. Der Kasseler K+S-Konzern ist nun auch sicherheitstechnisch im Dax angekommen. Erstmals in der Unternehmensgeschichte mussten die Teilnehmer der gestrigen Hauptversammlung in Kassel Sicherheitsschleusen wie auf Flughäfen passieren. „Das ist Standard bei Dax-Unternehmen“, beantwortete K+S-Vorstandschef Norbert Steiner eine entsprechende Aktionärsanfrage. Es gebe keinen konkreten Anlass und somit keinen Grund zur Sorge.

Die kurze Wartezeit, die die Aktionäre des weltweit größten Salz- und viertgrößten Kaliproduzenten in Kauf nehmen mussten, trübte die Stimmung kaum. Denn Steiner präsentierte nicht nur gute Quartalszahlen, sondern gab einen Ausblick für 2010, der den Absatz-, Umsatz- und Ergebniseinbruch von 2009 fast vergessen machte.

„Wir erwarten einen deutlich höheren Umsatz und Konzerngewinn“, sagte Steiner ohne Zahlen zu nennen. Lediglich beim Kali- und Magnesiumabsatz wurde er konkret. 6,5 Millionen Tonnen sollen in diesem Jahr verkauft werden, eine halbe Mio. Tonne mehr als bislang erwartet. Zwar wäre damit das Vorkrisenniveau aus dem Boomjahr 2008 von gut acht Mio, Tonnen noch lange nicht erreicht. Aber der Vorstandschef gab sich optimistisch, dass in absehbarer Zeit Normalität in die Märkte zurückkehre.

Dass der Umsatz im ersten Quartal um 43 Prozent auf 1,53 Milliarden Euro und der Konzerngewinn ebenso stark auf 175,8 Mio. Euro zulegte, ist nicht allein auf den verdoppelten Kali-Absatz (1,94 Mio. Tonnen) zurückzuführen. Ein ungewöhnlich gutes Streusalzgeschäft in Europa infolge des strengen Winters und die erstmalige volle Einbeziehung des 2009 übernommenen US-Salzproduzenten Morton Salt trugen zum Ergebnis-, vor allem aber zum Umsatzanstieg bei.

Angesichts der guten Zahlen fiel die Aktionärskritik glimpflich aus. Häufig gab es sogar Lob. Allerdings nicht von Frank Hix. Wie bereits im Vorjahr forderte der Bürgermeister von Bad Sooden-Allendorf und Vorsitzende der Bürgerinitiative „Rettet die Werra“ den Vorstand auf, die Salzwasser-Fernleitung zur Ostsee zu bauen. „Wenn Sie weiter auf die Einleitung in die Werra und Versenkung setzen“, riskieren sie Jobs“, sagte er.

Steiner betonte, dass K+S nicht gegen die Pipeline sei. „Wir prüfen diese Option vorurteilsfrei und mit Hochdruck“. Aber eine Fernleitung müsse ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich vertretbar sowie politisch und rechtlich durchsetzbar sein.

Mehrere Aktionärsschützer kritisierten offen, dass mit George Cardona (58) der engste Mitarbeiter und Vertraute des russischen K+S-Großaktionärs Andrej Melnichenko in den Aufsichtsrat eingezogen ist, verhindern konnte sie es aber nicht. Die Anlegervertreter befürchten Interessenkonflikte, weil Melnichenko mit seinem Eurochem-Konzern im Düngemittelgeschäft im Wettbwerb zu K+S steht.

Dagegen kassierte der Vorstand eine unerwartete Niederlage. Die vom Management vorgeschlagene Kapitalerhöhung wurde abgelehnt. Mit ihr wollte sich K+S für etwaige Übernahmen wappnen.

Von José Pinto

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