Verwaltungsgericht in Mainz

Kein deutscher Doktortitel nach Medizinstudium im Ausland

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Mediziner haben nicht automatisch einen deutschen Doktortitel, wenn sie etwa in Belgien den Grad "Docteur en Médecine" erlangt haben. Das zeigt ein Urteil aus Mainz. Foto: Rolf Vennenbernd

Doktortitel ist nicht gleich Doktortitel - ob der akademische Grad bei Medizinern deutschen Anforderungen genügt, hängt davon ab, in welchem Land er erworben wurde. Das geht aus einem Urteil des Verwaltungsgerichts in Mainz hervor.

Mainz (dpa) - Wer im Ausland ein Medizinstudium abgeschlossen hat, darf sich in Deutschland nicht "Doktor der Medizin" nennen. Das entschied das Verwaltungsgericht in Mainz in einem Urteil.

Geklagt hatte ein Mann aus Rheinland-Pfalz, der in den 1980er Jahren in Belgien ein Medizinstudium mit dem Grad "Docteur en Médecine, Chirurgie et Accouchements" abgeschlossen hatte.

In den 2000er Jahren hatte der praktizierende Arzt den deutschen Doktortitel bereits unrechtmäßig geführt. Bußgelder und Verfahren am Berufsgericht waren die Folge. Nun wollte er den deutschen Doktortitel der Medizin einfordern, doch das Gericht wies seine Klage gegen die rheinland-pfälzische Landesärztekammer ab.

Nach Auffassung des Gerichts darf ein ausländischer Hochschulgrad nur in der (ausländischen) Form geführt werden, in der er verliehen worden ist. Ein nicht in Deutschland erworbener Abschluss in Medizin entspreche einem deutschen Staatsexamen und keinem Doktorgrad. Erst eine Promotion im EU-Ausland beispielsweise erlaube es, den deutschen Titel "Doktor der Medizin", abgekürzt "Dr.", zu führen, hieß es in dem Urteil.

Urteil vom 16.11.2016

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