Keine Alternative zur Verlagerung der C-Klasse

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Zetsche sagt. es gibt keine Alternative zur Verlagerung der C-Klasse-Produktion.

Stuttgart - Daimler-Chef Dieter Zetsche hat die geplante Produktionsverlagerung der C-Klasse von Sindelfingen nach Bremen und Tuscaloosa (USA) gegen die Kritik der Beschäftigten verteidigt.

Dritter Protesttag im Mercedes-Werk in Sindelfingen: Etwa 15.000 Mitarbeiter haben nach Gewerkschaftsangaben mit einem Marsch von dem Werk in die Sindelfinger Innenstadt ihrem Unmut über die Verlagerung der C-Klasse-Produktion Luft gemacht. Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm forderte am Freitag Daimler-Chef Dieter Zetsche auf, sich der Belegschaft zu stellen, wie eine Sprecherin sagte. Die Arbeiter bräuchten konkrete Zusagen und keine leeren Versprechen, sagte Klemm. Mit Trillerpfeifen und Protestplakaten machten die Mitarbeiter ihrem Unmut Luft. Während des Marsches riefen sie lautstark immer wieder “C bleibt hier“.

In Sindelfingen ist für kommenden Montag eine weitere Betriebsversammlung im größten inländischen Pkw-Werk geplant, wie eine Betriebsratssprecherin der AP sagte. Zetsche verteidigte unterdessen die geplante Produktionsverlagerung nach Bremen und in die USA ab 2014 gegen die Kritik der Beschäftigten. “Man könnte die Situation aus heutiger Sicht überspitzt so darstellen, dass wir nicht vor der Alternative standen, die C-Klasse in Sindelfingen für die USA zu produzieren, sondern ob wir sie für die USA überhaupt noch produzieren können oder nicht“, sagte Zetsche den “Stuttgarter Nachrichten“.

Zetsche kritisiert Belegschaft

Die Entscheidung bleibe auch dann richtig, falls der Dollar später wieder einmal steigen sollte. “Wenn Sie in starkem Maße Produktion und Absatz in unterschiedliche Währungen setzen, dann sind Sie ein Spekulant. Nur wer diese Schere in Teilen schließt, verhindert ein Abrutschen ins Negative und handelt als Unternehmer.“ Zetsche äußerte zugleich Verständnis für die Arbeitsniederlegungen durch die Daimler-Mitarbeiter.

“Bei Mitarbeitern, die teils über Generationen hervorragende Leistungen gebracht haben, entsteht schon mal das Gefühl, dieses Modell gehöre sozusagen ihnen“, sagte Zetsche dem Blatt. “Richtig ist aber auch, dass es den Mitarbeitern an erster Stelle um einen sicheren Arbeitsplatz geht.“ Durch die Verlagerung nehme man Wachstumschancen wahr, die letztlich auch in Deutschland Arbeitsstellen sicherten. Zetsche sagte aber auch: “Nicht jede Aktion war aus unserer Sicht nachvollziehbar.“ Man bewerte die Situation aber “mit Augenmaß“ und werde die Entwicklung weiter beobachten.

Vertragsverlängerung ohne Arbeitnehmer

Der Daimler-Vorstand hatte am Mittwoch den Abzug der Fertigung der neuen C-Klasse bekanntgegeben. Sindelfingen soll dafür von Bremen die Montage des sportlichen SL-Roadsters übernehmen. Die IG Metall sieht rund 3.000 Jobs in Gefahr. Daimler hingegen schloss einen Stellenabbau in dem Werk aus. Bislang wird das Volumenmodell C-Klasse in Sindelfingen, Bremen, Südafrika und China gefertigt.

In der gesamten Produktion in Sindelfingen arbeiten laut Daimler zurzeit 20.000 Beschäftigte, davon weniger als 4.000 für die C-Klasse. Zetsche ließ in dem Interview durchblicken, dass er bereit ist, seinen Ende 2010 auslaufenden Vertrag notfalls auch ohne Zustimmung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat zu verlängern. “Zum Glück bin ich kein Politiker, der wegen des Wahlkampfs zeitweise keine Entscheidungen treffen kann“, sagte Zetsche. “Ich stehe voll zu dem, was ich hier tue, und es ist Sache des Aufsichtsrats, sich ein Urteil darüber zu bilden. Ich bin allerdings sehr gelassen.“

AP

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