Evangelische Kreditgenossenschaft bietet 72 Arbeitszeitmodelle – mehr Dividende

Kirchenbank hebt Gewinn

EKK-Vorstand  Thomas Katzenmayer Foto: mwe

Kassel. Das Eigenkapital gestärkt, ein Plus bei den Kundeneinlagen verbucht und den Jahresüberschuss ausgebaut – die Evangelische Kreditgenossenschaftsbank in Kassel (EKK) ist mit dem Verlauf des Geschäftsjahres 2010 zufrieden, sagte Vertriebsvorstand Thomas Katzenmayer am Donnerstag. Für 2011 erwartet der Vorstand „eine moderate Steigerung des Ergebnisses“.

Zwar blieb die Bilanzsumme mit 4,1 Milliarden Euro nahezu konstant, aber die bilanzwirksamen Kundeneinlagen legten um 200 Millionen Euro auf 3,5 Mrd. Euro zu. Besonders klassische Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist haben eine Renaissance erlebt. „Wir sehen einen deutlichen Trend, dass das Thema Sicherheit wieder in den Vordergrund tritt“, erläuterte Katzenmayer. Zusätzlich verwaltet die Kirchenbank weitere 3,5 Mrd. Euro an Kundengeld – 500 Mio. Euro mehr als vor einem Jahr  – in nicht bilanzwirksamen Wertpapieren.

Das Kreditvolumen sank um 100 Mio. auf 1,4 Mrd. Euro. Dennoch sagt Katzenmayer: „Wir haben einen Anstieg der Kreditnachfrage gespürt. Da aber stichtagsbezogen bilanziert wird, werden 170 Mio. Euro Neukreditgeschäft erst 2011 fällig.“ Mit 3,5 Mio. Euro haben sich die Wertberichtigungen auf faule Kredite nahezu halbiert. Dennoch sieht der Vorstand der Kirchenbank, die etliche Krankenhäuser im Raum der Kirche finanziell begleitet, Probleme aufziehen.

Zum Teil sei das Budget so eng gestrickt, dass eine Tarifanhebung oder der Wegfall von honorierten Leistungen, die Kostenbilanz durcheinander wirbelt. Dies könnte auch sein, wenn wegfallende Zivildienststellen mit regulären Pflegekräften besetzt werden müssen. Um diese Kosten aufzufangen fehle manchem Haus ein tragfähiges Konzept.

Sowohl der Zinsüberschuss (plus 1,35 Prozent) als auch der Provisionsüberschuss (plus fünf Prozent) wurden ausgebaut. Um einen Euro zu verdienen, musste die EKK 51,8 statt 56,5 Cent ausgeben. Möglich wurde dies, weil weniger für die Verwaltung ausgegeben wurde (minus 10,6 Prozent). „Aber kein Personal abgebaut“, so Katzenmayer.

Nach wie vor zählt die EKK 250 Vollzeitstellen, die von insgesamt 304 Mitarbeitern besetzt werden. 160 von ihnen sind in Kassel beschäftigt. Um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen, bietet die EKK bundesweit in den zwölf Filialen ungewöhnlich viele – in Summe 72 – Arbeitszeitmodelle an.

Unter dem Strich hat die EKK 2010 den Überschuss um eine auf 5,3 Mio. Euro gesteigert und das Eigenkapital von 14,2 auf 14,8 Prozent des Risikokapitals – wie etwa Kredite – ausgebaut. Davon sollen die 1150 Mitglieder der Bank profitieren. Statt vier Prozent Dividende, sollen der Generalversammlung nun fünf Prozent vorgeschlagen werden.

Von Martina Wewetzer

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