Mehr Sicherheit für Verbraucher: Banken müssen nun die Gebühren an Geldautomaten anzeigen

Gebühren an Geldautomaten: Klarheit beim Fremd-Abheben

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Kann teuer werden: Wer bei einer fremden Bank Bargeld zieht, muss mit Gebühren rechnen.

Kassel. Ab Samstag müssen alle Banken und Sparkassen ausweisen, wie hoch die Gebühren sind, die sie fremden Kunden für die Bargeldabhebung abknöpfen, wenn diese mit einer Maestro-/Girocard einen Automaten benutzen.

Früher erfuhr der Verbraucher meist erst hinterher auf seinem Kontoauszug, wie viel Euro die fremde Bank ihm in Rechnung stellte. Jetzt kann er vor der Abhebung entscheiden, ob er die Gebühren akzeptiert. Wenn nicht, bricht er den Vorgang ab und probiert es bei der nächsten Bank.

Keinen Unterschied werden die Leute feststellen, die ohnehin immer bei ihrer Bank oder Sparkasse Geld abheben. Oder die grundsätzlich die Automaten ihres Bargeldverbundes nutzen. Das betrifft beispielsweise Kunden der Deutschen Bank, die die Automaten der übrigen Cash-Pool-Mitglieder nutzen können. Das sind unter anderem Hypovereinsbank, Postbank, Commerzbank und Norisbank. Die Sparkassen bilden ebenfalls einen Verbund. Auch Kunden von Volks- und Raiffeisenbanken ziehen in deren Gruppe in aller Regel kostenlos Geld.

Aber gleich, ob Sparkassen-Kunde oder Kunde einer Privatbank: Es kommt immer wieder vor, dass man beispielsweise auf Reisen dringend Bargeld braucht und kein Automat der eigenen Bank oder des Bargeldverbundes zur Verfügung steht. In diesem Fall sollten sich Kunden nach einer privaten Bank in der Nähe umzusehen. Denn diese haben sich darauf geeinigt, fremden Kunden einen Festpreis von 1,95 Euro in Rechnung zu stellen. Für diesen Betrag haben sich auch die meisten Sparda- und PSD-Banken entschieden. So auch die PSD-Bank Hessen-Thüringen. Die Sparda-Bank Hessen verlangt hingegen 2,50 Euro.

Bei den Sparkassen sowie den Volks- und Raiffeisenbanken ergibt sich je nach Anbieter eine weite Spanne.

Glücklich können sich die Kunden von Banken schätzen, die statt mit der Maestro-Karte, der ehemaligen EC-Karte, mit einer Kreditkarte kostenlos in der ganzen Eurozone oder sogar weltweit Bargeld abheben können. Die Gebühren übernehmen die Geldhäuser für Ihre Kunden. Eine kostenlose Bargeldversorgung in der gesamten Eurozone über eine Mastercard beziehungsweise Visakarte bieten ING-Diba und Volkswagen-Bank direct. Deutsche Kreditbank (DKB), Netbank, Wüstenrot und Cortal Consors offerieren sogar eine weltweit gebührenfreie Bargeldversorgung.

Verbraucher, die ihre Konten bei Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken oder den privaten Banken haben, müssen jedoch in der Regel zahlen, wenn sie im Urlaub Bares brauchen. Zumindest in der Eurozone ist Geldabheben mit der Maestro-Karte fast immer günstiger als mit der Kreditkarte. Da meist Mindestgebühren fällig werden, sollte man eher einen großen Betrag auf einen Schlag abheben als mehrere kleine Summen. (bia)

Von Horst Biallo

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