Klassisch, Prepaid, Debit: Kreditkarten-Modelle im Überblick

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Für den Einkauf im Internet ist oft eine Kreditkarte nötig. Eine Predpaid-Kreditkarte bietet zum Beispiel für Jugendliche eine gute Kostenkontrolle. Foto: Monique Wüstenhagen

Berlin (dpa/tmn) - Ob zum Einkaufen, auf Reisen oder für größere Anschaffungen - Kreditkarten sind ein beliebtes Mittel, um bargeldlos zu bezahlen. Bei manchen Anbietern müssen die Kartenbesitzer allerdings für Extraleistungen kräftig drauflegen.

Kreditkarten sind praktisch. Wer damit bezahlt, muss in der Regel erst ein wenig später die ausgegebenen Beträge begleichen. Anders als bei der Girokarte werden die Umsätze bei der Kreditkarte nämlich nicht sofort abgebucht. "Kreditzinsen fallen während des Zahlungsaufschubs nicht an", sagt Kerstin Backofen von der Zeitschrift "Finanztest" der Stiftung Warentest. "Insofern kann man seine Ausgaben etwas steuern."

Allerdings darf man sich später nicht wundern, wenn das Girokonto mit einer Summe belastet wird, die man nicht mehr auf dem Schirm hatte, sagt die Finanzexpertin. Auch Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt: "Verbraucher verlieren schnell die Übersicht, was für Schulden sie aufgebaut haben."

Kreditkarte ist allerdings nicht gleich Kreditkarte. Neben der klassischen Credit Card gibt es auch die Debit Card oder die Prepaid-Karte. Diese Kreditkarten unterscheiden sich darin, wie und wann der offenstehende Betrag abgebucht wird. Bei der Debit Card etwa werden die Umsätze auf den Tag genau abgerechnet. "Die Buchung kann auf einem Kreditkartenkonto erfolgen oder auf einem Girokonto, an das die Kreditkarte angebunden ist", sagt Backofen.

Bei der Credit Card zahlt der Verbraucher den ausgegebenen Betrag in Raten zurück. Der Fachbegriff dafür lautet Revolving Credit. Für den verbleibenden Restbetrag muss der Kartenbesitzer Kreditzinsen zahlen. "Sie werden jeweils monatlich mit der nächsten Abrechnung eingefordert. Jeder weitere Umsatz mit der Kreditkarte erhöht sofort die Kreditsumme", erklärt Backofen. Hier bestehe die Gefahr, in einen Dauerkredit zu rutschen.

Eine bessere Kostenkontrolle haben Nutzer bei der Prepaid-Karte, die sie vor dem Einkauf mit einem Guthaben aufladen müssen. Sie eignet sich besonders fürs Einkaufen im Internet oder für Jugendliche, die auf Reisen gehen. Bonität oder ein regelmäßiger Geldeingang werden bei Prepaid-Kreditkarten meist nicht gefordert. Einige Anbieter verlangen aber für Aufladen und Nutzung der Karte eine Gebühr.

Wer die Kreditkarten nutzt, muss auch die Kosten im Blick haben. "Für das Geldabheben am Automaten berechnen die Banken meist einen Mindestbetrag zwischen 5 und 7,50 Euro, sonst um 2 Prozent vom abgehobenen Betrag", sagt Backofen. Außerhalb der Euroländer kommt beim Abheben und Bezahlen noch eine Auslandseinsatzgebühr hinzu, die zwischen 1 und 1,9 Prozent betrage.

Einige Kreditkartenanbieter locken Kunden mit Bonusprogrammen oder Rabatten wie beispielsweise Vergünstigungen bei Mietwagen, Freiflügen oder Upgrades für Hotelzimmer. Zusätzlich werden Kunden bei manchen Gold- und Premium-Karten auch Reisekranken-, Reiserücktritt- und -abbruchversicherung angeboten. Tryba warnt, man solle sich die Bedingungen genau ansehen: "Bei manchen Anbietern greift die Reiserücktrittversicherung nur, wenn die Reise mit Kreditkarte gezahlt wurde."

"Zusatzleistungen lohnen sich nur, wenn man sie regelmäßig nutzt", sagt "Finanztest"-Redakteurin Backofen. Mehr als 35 Euro solle ein Wenignutzer nicht für eine Kreditkarte ausgeben, rät sie. Denn das Ergebnis für den Versicherungsschutz sei ernüchternd: Die wichtigen Reiseversicherungen gebe es in separaten Verträgen oft zu besseren Bedingungen.

"Bei Versicherungen sollte man sich beraten lassen, welchen Schutz man braucht, statt ihn im Huckepack mit der Kreditkarte einzukaufen", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Bei einigen Banken seien neben dem Girokonto auch die Kreditkarten kostenfrei erhältlich, sagt Nauhauser. Wer sich also auf das Wesentliche konzentriert, muss für eine Kreditkarte nicht extra Geld ausgeben.

Literatur:

Martin Hüfner: "40 Geld-Fallen, die Sie besser vermeiden", Hanser 2014, 16,90 Euro, ISBN-13: 978-3-446-44063-0

Steve Forbes: "Geld", FinanzBuch Verlag, 2014, 24,99 Euro ISBN-13: 978-3-89879-778-8

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