Körpersprache für die Karriere: Positive Signale aussenden

Bewusst wird Körpersprache nur von sehr wenigen Menschen eingesetzt. Das ist, glaubt man Businesscoach Margret Mürköster jedoch verspieltes Kapital.

„Im Beruf kann eine positive Körpersprache den Weg auf der Karriereleiter beschleunigen. Bewerber, die dabei Fehler machen, kann das ausbremsen“, sagt Mürköster. In ihren Seminaren arbeitet sie an gezielter und effektiver Körpersprache.

Der Erfolg eines jeden Gesprächs hängt auch davon ab, wie nonverbal kommuniziert wird. Ganz gleich, ob der Ausbilder dem Azubi etwas erklärt, der Vorgesetzte etwas mit dem Mitarbeiter abspricht, ob man ein Kritik- oder Bewerbungsgespräch führt, die Wirkung der Worte kann man mit der richtigen Körpersprache erhöhen

„Mit der äußern Haltung drückt man im wahrsten Sinne des Wortes immer die innere Haltung aus. Wer sich in seiner Haut nicht wohlfühlt, dem wird man das an seiner Mimik und Gestik ansehen“, erläutert Margret Mürköster. „Mit einer positiven Körpersprache zeigt man immer eine positive innere Haltung.“

Authentisch wirken

Klaffen verbale Sprache und Körpersprache auseinander, führt das zu Unsicherheiten in der Wahrnehmung. Im Umkehrschluss gilt: Nur ein Mensch, dessen verbale Sprache und Körpersprache übereinstimmen, wirkt authentisch. „Das führt dazu, dass man diesem Menschen mehr zutraut und das wirkt sich wiederum positiv auf die Karriere aus. Er erhält bessere Chancen durch bessere Einschätzbarkeit“, erklärt Margret Mürköster.

Von Kopf bis Fuß

Die Körpersprache fängt bei den Füßen an und geht bis zur Kopfhaltung. Wenn die Fußspitzen geradeaus oder nach innen zeigen, wirkt dies unsicher. Wer breitbeinig steht, wirkt standfest und realistisch. Geschlossene Füße machen einen zurückhaltenden bis devoten Eindruck. Viele Frauen stehen mit geknickter Hüfte, es wirkt bei ihnen Nähe suchend. Wenn Männer so stehen, macht das einen lässigen Eindruck.

Aufrecht stehen

„Die Ausstrahlung von Selbstbewusstsein geht hauptsächlich über den Oberkörper. Wer aufrecht steht, gilt als aufrechte Persönlichkeit“, sagt Margret Mürköster. Doch nicht nur, wer aufrecht steht, wird positiv wahrgenommen: ein offener Blick, eine freundliche Mimik, eine geöffnete Armhaltung oder den Körper dem Gegenüber zuwenden –all das sendet positive Signale an andere aus. „Das kann man erlernen, sollte jedoch nicht aufgesetzt wirken“, erklärt Margret Mürköster.

Vor allem kann man lernen, negative Signale zu entschlüsseln und zu vermeiden. Sich von jemandem im Gespräch körperlich abwenden und damit die kalte Schulter zeigen, oder hochnäsig wirken, indem man die Nase tatsächlich ein wenig in die Höhe reckt, oder sich im Gespräch mit dem Handy anstatt dem Gegenüber beschäftigen – „das kommt nie gut an“, sagt Margret Mürköster.

Keinen guten Eindruck hinterlässt man auch, wenn man vor Nervosität mit dem Stuhl kippelt oder mit den Fingern auf den Tisch trommelt. „Das kann beispielsweise jedem Bewerber in einem Vorstellungsgespräch Chancen verbauen“, warnt Margret Mürköster. Ihr Tipp, um das zu vermeiden: Sich vor einem wichtigen Termin körperlich zu bewegen – Treppenlaufen, Schattenboxen oder Kniebeugen. „Das baut Stresshormone ab und man wird automatisch ruhiger“, sagt sie.

Auch wer sich vom Gegenüber wegdreht, demonstriert Unsicherheit oder gar Angst. Einzelne solcher Gesten fallen vielleicht noch nicht auf. Der Eindruck verstärkt sich, wenn mehrere zusammenkommen: „Wer nur die Arme verschränkt, wirkt nicht automatisch unfreundlich“, sagt Margret Mürköster. Doch wer dazu noch seinen Kopf etwas abwendet und seine Fingernägel betrachtet, kann sich sicher sein, damit nicht zu punkten.

Gezielt trainieren

In Seminaren lernen Teilnehmer, in der Regel Führungskräfte, verbale Sprache und Körpersprache gezielt einzusetzen. „Sie müssen zum Beispiel Reden halten, Filmaufnahmen davon werden analysiert“, berichtet Margret Mürköster. Das sei sehr hilfreich. Man sieht die eigenen Stärken und Schwächen: Warum halte ich einen Vortrag mit hängenden Schultern. Kann ich das ändern? Und wie?

„In meinen Seminaren lege ich den Fokus beim Thema Körpersprache darauf, sich und andere besser zu verstehen und dadurch zu einer besseren Verständigung beizutragen“, erzählt Margret Mürköster. „Denn Kommunikation bedeutet miteinander in Kontakt zu treten. Dazu brauchen wir Körpersprache.“

Von Helga Kristina Kothe

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