Zu großer Ehrgeiz

Kommentar zum Abgang von Roland Koch: Erst schillernde Figur, nun Verlierer

Martina Hummel, E-Mail: mwe@hna.de

Zwei Gewinnwarnungen waren es, die den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, der in die Wirtschaft gewechselt war, bei Bilfinger zum Verhängnis wurden. Sein Abgang war danach zwangsläufig. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Martina Hummel.

Es war ein aufsehenerregender Seitenwechsel, als Roland Koch 2011 in die Wirtschaft ging. Nun scheidet der frühere Ministerpräsident Hessens ebenso spektakulär als Vorstand beim Konzern Bilfinger wieder aus. Sein Ausflug in die Wirtschaft ist vorerst gescheitert.

Es ist eben doch etwas anderes, ob man ein Bundesland führt oder einen weltweit agierenden Konzern managen soll. Gescheitert ist Koch auch deshalb, weil ihm die nötige Erfahrung fehlt. Ein börsennotiertes Unternehmen zu steuern, bei dem jede Entscheidung kursrelevant sein könnte, ist schwer. Dieses Unternehmen als Neuling aber auch noch zu sanieren, gleicht einer Herkulesaufgabe.

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Es bedeutet, auf Marktveränderungen mit Weitsicht zu reagieren, verbindliche Prognosen zu erstellen und auch auf Eventualitäten zu reagieren. Damit hat Koch sich übernommen, zu groß war sein Ehrgeiz. Folgen dann zwei Gewinnwarnungen, ziehen Anleger die Reißleine.

Koch räumt den Schreibtisch, bevor er am Montag die Halbjahreszahlen erläutern muss. Und er geht zur Unzeit: Der Konzern Bilfinger durchläuft eine harte Sanierungsphase, es gibt keinen echten Nachfolger. Selbst Herbert Bodner ist allenfalls ein Übergangskandidat.

Koch kam als schillernde Figur und geht als Verlierer. Was bleibt? Baustellen: zwei Gewinnwarnungen, eine unvollendete Sanierung und Misstrauen bei Investoren und Anlegern.

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