Kommentar zur Börsen-Fusion: Blamage erspart

Die geplante Fusion der Deutschen Börse und der Londoner Börse (LSE) droht auch im dritten Anlauf zu scheitern. Ein Kommentar dazu von Nachrichten-Redakteurin Martina Hummel.

Das war’s dann wohl mit der Börsenhochzeit Frankfurt-London – mal wieder. Während die Londoner Börse auch allein gut da steht, darf sich die Deutsche Börse als Verlierer fühlen. Denn der Finanzplatz Frankfurt ist im globalen Wettbewerb zurückgefallen und auf Bündnisse angewiesen.

Das dürfte auch den Brüsseler Wettbewerbshütern seit Jahren bekannt sein. Dennoch argumentieren sie nun mit kartellrechtlichen Bedenken und verlangen von der Londoner Börse, zusätzlich ihre italienische Handelstochter MTS zu verkaufen. Nur so würde es etwas mit der Börsenhochzeit. Da die Londoner Börse kein Interesse an Verkäufen signalisiert, muss der EU die Fusion untersagen. Und so wird es wieder nichts mit dem europäischen Börsenschwergewicht, das es mit der amerikanischen Wall Street aufnehmen könnte.

Es spricht aber auch viel dagegen: Brexit, Ermittlungen gegen den deutschen Börsenchef, Börsenaufsicht. So muss man die Frage stellen, ob die Fusionspartner ein Nein der EU geradezu provozieren, um allen eine noch größere Blamage zu ersparen? Aus Sicht der Konzerne gäbe es dann einen Schuldigen für das Scheitern das Prestigeprojekts: Brüsseler Bürokraten, die nach Lesart der Börsenbetreiber die Zeichen der Zeit nicht erkannt hätten.

Doch so einfach ist es nicht. Alle Beteiligten kennen die Spielregeln. Es ist ja nicht das erste Mal, dass die Fusionspläne floppen.

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Börsenfusion zwischen Frankfurt und London vor dem Aus

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