Kommentar zu China, Kuka und Wirtschaftsminister Gabriel: Unter Zugzwang

Der chinesische Konzern Midea hat ein Auge auf den Augsburger Roboterhersteller Kuka geworfen - das gefällt keineswegs allen. Ein Kommentar dazu von Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

Der chinesische Konzern Midea hat große Pläne mit dem Augsburger Konzern Kuka. Schon bald könnten Roboter mit Fingerspitzengefühl in allen Lebenslagen zum Einsatz kommen: als Staubsauger, als Butler oder Pfleger, welche die Senioren erinnern, die Medikamente einzunehmen. Kukas können schrauben, drehen, montieren, drücken und sogar rohe Eier halten - kein Roboter ist derzeit so nah am Endverbraucher und wird daher auf dem Weg zur Industrie 4.0 eine so herausragende Rolle spielen. Kein Wunder, dass Midea die sensiblen Wesen begehrt.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel bringt das unter Zugzwang. Einerseits handelt es sich bei Kuka um ein Privatunternehmen. Das heißt: Wenn ein anderes privates Unternehmen einsteigen möchte, hat sich der Staat nicht einzumischen. Selbst dann nicht, wenn es Konkurrenz aus China ist. Nicht einmal dann, wenn nicht klar ist, ob das Engagement Kuka letztlich schaden könnte.

Kuka ist mehr als ein Roboterhersteller. Die Augsburger werden in den Schlüsselkonzernen der Industrie 4.0 die Produktion von morgen mitbestimmen.

Wandert dieses Wissen nach China ab, wäre es extrem schädlich für Deutschland. Denn über den Umweg Kuka bekommen die Chinesen einen Einblick in die Produktionsverfahren der wichtigsten Konzerne hierzulande. So betrachtet, ist es nur gut und richtig, wenn Gabriel sich für den Standort Deutschland einsetzt.

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