Kommentar zur Deutschen Bank: Voran, kehrt Marsch!

Deutsche Bank-Chef John Cryan geht neue Wege, um alte Lasten loszuwerden. Ein Kommentar vom stellvertretenden Chefredakteur der HNA Jan Schlüter.

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Viel Geschmeidigkeit wird den Mitarbeitern der Deutschen Bank abverlangt. Wer mit dem Management marschiert, muss ab und zu die Richtung wechseln – zuweilen gleich um 180 Grad.

Stand die ungeliebte Tochter Postbank vor zwei Jahren noch zum Verkauf, soll sie jetzt zu einem Kernstück des Privatkundengeschäfts im Deutsche-Bank-Konzern aufsteigen. Und überhaupt: die Kunden. Sie werden heute wieder in den Mittelpunkt gerückt. Der deutsche Branchenprimus geht neue Wege: weg von der Zockerbude, hin zum Kundenliebling. Nicht mehr der schnelle Gewinn, kurzfristig erzielt, steht hoch im Kurs, sondern die längerfristige Begleitung des Kunden.

Der neue Postbank-Kurs wird erneut viele Stellen im Bankkonzern kosten. Es lässt tief blicken, dass die Gewerkschaft Verdi beim Thema Deutsche Bank nur noch um den Erhalt von Arbeitsplätzen bettelt.

Um nicht nur die hohen Rechnungen aus all den alten Prozessen zu begleichen, sondern auch Geld für eine Vorwärtsstrategie zu haben, will Bankchef John Cryan tief in des Anlegers Kasse greifen. Aber erwartungsgemäß belastete die Ankündigung einer milliardenschweren Kapitalerhöhung bereits gestern stark den Aktienkurs.

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