Kommentar zu Dispo-Zinsen: "Dicht am Wucher"

Kassel. Commerzbank-Chef Martin Blessing fordert ein Gesetz gegen die dauerhafte Nutzung von teuren Dispo-Krediten. Niemand solle dauerhaft im Dispo sein, sagte Blessing am Dienstag. „Es gibt günstigere Kredite." Dazu ein Kommentar des stellvertretenden HNA-Chefredakteurs Jan Schlüter:

Es gibt nicht nur das Leben am Limit, es gibt auch das Leben im Dispo. Dauerhaft. Das ist kostspielig, manche haben aber keine Wahl oder glauben, keine zu haben. Die besonders hohen Überziehungszinsen sind seit langem ein Ärgernis für die Verbraucher. Denn die Banken lassen sich das automatische und problemlose Bereitstellen von Geld üppig bezahlen.

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Wird das eingeräumte Dispo-Limit überschritten, klettert der zu entrichtende Zins noch einmal erheblich. Für die Kunden ist das akzeptabel, wenn ihnen kurzfristig und unbürokratisch aus der Klemme geholfen wird. Genau für diese Fälle und kurzfristige Zeiträume ist das Instrument gedacht.

Kribbelig wird es aber, wenn Bankkunden aus sozialer Not Monat für Monat fast ununterbrochen ihr Konto überziehen. Ein erster guter Schritt wäre, die Banken zu verpflichten, den „Strafzins“ mit einer Kundenwarnung zu koppeln. Ein zweiter, bei längerer Dispo-Nutzung eine Beratung über Alternativen vorzuschreiben.

Auch die von Commerzbank-Chef Martin Blessing ins Spiel gebrachte Dispo-Nutzungsbremse geht in die richtige Richtung. Besser und einfacher wäre aber, wenn die Banken einfach den am Wucher kratzenden Zinssatz abschaffen oder merklich verringern würden. Einige haben das in vorbildlicher Weise schon getan. jas@hna.de

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