Kommentar zu Dividendengeschäften: Dreister Dreh

Mit einem Steuertrick zugunsten ausländischer Investoren haben deutsche Banken den Fiskus offenbar um Milliarden gebracht. Besonders rührig soll die einst mit staatlicher Hilfe gerettete Commerzbank gewesen sein. Barbara Will über einen dreisten Dreh.

Legal ist das Dividenden-Geschiebe der Banken vielleicht, legitim bestimmt nicht. Im Fall der Commerzbank wäre der dubiose Dreh besonders dreist. Denn wenn sich der Verdacht bewahrheitet, dann hat das Geldhaus den Staat ausgetrickst, der es einst mit 18 Milliarden Euro Steuergeld gerettet hat. Auch dem Staat darf der Dividenden-Deal ruhig peinlich sein – schließlich sitzt er als Großaktionär im Aufsichtsrat der Commerzbank.

Der Steuerzahler hat den Schaden, aber auch den Trost, dass der Gesetzgeber lernfähig ist. Die so genannten Cum-Ex-Geschäfte, bei denen Aktien mit und ohne Dividende verschoben und die Finanzbehörden übers Ohr gehauen wurden, sind bereits verboten. Ein neues Gesetz soll nun auch das Schlupfloch mit den Leihaktien stopfen.

Bleibt die spannende Frage, ob der Fiskus nachträglich die entgangenen Steuern bei den Banken eintreibt – und ob sich diese dann an ihre Cum-Cum-Partner halten. Die Banken hätten dann reichlich Stress – und der Steuerzahler immerhin das Vergnügen der Schadenfreude.

Lesen Sie auch:

- Bericht: Banken helfen Investoren mit Steuerschlupfloch

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