Kommentar zu Volkswagen: Ein doppelter Skandal

VW-Ingenieure gestehen im Abgasskandal intern laut Medienberichten Tricksereien ein. Ein Kommentar von Chefredakteur Horst Seidenfaden.

Die Aufdeckung von Skandalen hat stets eine eigene Dynamik. Zunächst haut einen die Ursprungsnachricht, wie bei VW, förmlich um. In den Tagen danach erkennt man die Dimension des Ganzen, bei der Aufarbeitung der Vorfälle gibt es dann einen Punkt, ab dem einen irgendwie keine Ungeheuerlichkeit mehr so richtig überraschen kann.

So weit ist es noch nicht - klar ist aber, dass in einem Konzern, in dem 40 000 Menschen in der Entwicklung arbeiten und elf Millionen Autos betroffen sind, dieser Riesenbetrug nicht von einer Handvoll Krimineller verübt werden konnte.

Aber es ist jetzt der Punkt erreicht, an dem man auch einmal sagen muss, dass dieser Konzern immer noch erstklassige Autos baut. Hergestellt von Zehntausenden hervorragenden Mitarbeitern auch und besonders im Werk Baunatal. Unterstützt von Hunderttausenden Menschen, die in Zulieferbetrieben arbeiten, auch in unserer Region. Denn es sind ja nicht nur die Kunden und die Behörden, die betrogen wurden. Es ist auch jener überwältigende Teil der Belegschaft, der mit all dem nichts zu tun hatte. Manche werden jetzt um ihre Zukunft bangen. Das ist ungerecht - und eigentlich ein genau so großer Skandal.

Alle Artikel zum VW-Skandal lesen Sie hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.