Verdacht der Absprache

Kommentar zum möglichen Auto-Kartell: Dreckiges Geschäft

Deutsche Autobauer stehen Medienberichten zufolge unter dem Verdacht jahrelanger illegaler Absprachen zulasten von Verbrauchern. Ein Kommentar dazu von Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

Gibt es Absprachen zwischen den deutschen Autokonzernen? Sollten sich Volkswagen, Audi, Porsche, Daimler und auch BMW über eine wie auch immer geartete Diesel-Strategie verständigt haben? Dann wäre das nicht nur ungeheuerlich, sondern auch kartellrechtlich höchst brisant. Denn die europäischen Kartellwächter sind zum Einschreiten verpflichtet. Da jede abgestimmte Verhaltensweise kartellrechtlich verboten ist.

Das gilt für Absprachen über den Zuckerpreis, aber erst recht für Technologien, mit denen giftige Stickoxide in Motoren neutralisiert werden können. Erhärtet sich der Verdacht, wird der Schaden für die Autobauer die Kosten für Software-Updates um ein Vielfaches übersteigen.

Doch die Autokonzerne und die Mogel-Packung sauberer Diesel sind nur die eine Seite des Problems. Gleichermaßen schuldig ist die Politik, die mit fragwürdigen Kontrollen und wachsweichen Gesetzen die Lücken für den Betrug geschaffen hat - und zu guterletzt den Diesel über eine günstigere Energiesteuer an der Tankstelle auch noch subventioniert.

Das Märchen vom guten Diesel wird noch viele Kapitel produzieren, aber es wird schmutzig enden: für profitgierige Autobauer, für willfährige Zulieferer, für fahrlässige Politiker und das Image Made in Germany.

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