Kommentar zu den Personalien bei der Bahn: Kampf um die Macht

Bahnchef Rüdiger Grube muss nach dem angekündigten Rückzug seines Stellvertreters Volker Kefer in den nächsten Monaten um seine Vertragsverlängerung kämpfen. Dazu ein Kommentar von Martina Hummel.

Stuttgart 21 ist nun endgültig zu teuer, zumindest für Vize-Bahnchef Volker Kefer. Er wird das Unternehmen verlassen. Kefer reagiert damit auf Vorwürfe aus dem Aufsichtsrat, er habe die Aufseher zu spät über Kostensteigerungen bei dem Projekt informiert. Und Bahnchef Rüdiger Grube? Er muss in den nächsten Monaten das Blatt wenden. Denn Stuttgart 21 ist nur eine von vielen Baustellen beim Staatskonzern. Ganz offensichtlich verliert der Eigentümer Bund die Geduld mit der Führungsspitze der Bahn.

Die Personalie Kefer ist nur der vorläufige Höhepunkt einer halböffentlichen Schlacht um die Macht im Hause. Grube kämpft um die Verlängerung seines Vertrags, der offiziell Ende 2017 ausläuft. Ihm wird vorgeworfen, dass sich das Staatsunternehmen unter seiner Führung nicht weiterentwickelt habe. Nun ist der Bahnchef zwar den Rivalen Kefer los, doch davon dürfte weniger Grube, sondern weit mehr Bahn-Vorstand Ronald Pofalla profitieren.

Pofalla werden Ambitionen auf den Chefsessel nachgesagt. Als ehemaliger Kanzleramtschef dürfte der CDU-Politiker nach wie vor über beste Verbindungen zur eigentlichen Schaltzentrale der Bahn verfügen – dem Kanzleramt.

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