Kommentar zur Pleitedrohung der Firma Prokon: Windige Geschäfte

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Jan Schlüter

Ökoenergiefinanzierer Prokon hat seinen Anlegern mit Insolvenz gedroht, wenn diese weiterhin Gelder vom Unternehmen abziehen. Der Konzern steht kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Jan Schlüter.

Das gibt es auch nicht alle Tage: Ein Unternehmen, das noch nicht insolvent ist, macht selbst seine mögliche Pleite zum Thema und setzt damit die eigenen Anleger unter Druck. Spätestens jetzt wird bei Prokon nicht mehr viel gehen. Die Insolvenz ist nur noch eine Frage der Zeit. Die vielen Investoren, die dem schleswig-holsteinischen Ökounternehmen ihr Erspartes anvertrauten, können schnell die Dummen sein. Sie haben den Prokon-Versprechen geglaubt, man beteilige sich an einer lebenswerten Zukunft und könne zugleich hohe Renditen erzielen. Wer aber in Windkraftanlagen investiert, braucht einen langen Atem.

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Für die hohe Verzinsung musste Prokon offenbar immer neue Anleger finden, die dem Unternehmen Geld anvertrauten. Das erinnert stark an so genannte Schneeballsysteme. Wenn der Geldzufluss unterbricht, droht alles zusammenzubrechen. Und derzeit gerät alles ins Rutschen. Nervös gewordene Anleger ziehen ihr Geld ab und verstärken somit die Prokon-Krise. Der Fall zeigt, dass die Verknüpfung von Geldanlagen mit ethischen Zielen nicht zu Betriebsblindheit führen darf. Denn Windgeschäfte können auch windige Geschäfte werden. Und er zeigt, dass auch die Investoren, die ihr Geld in Alternativanlagen stecken, nicht frei von Gier sind.

jas@hna.de

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