Kommentar zu Preisabsprachen: Süßes Gift

Wegen unerlaubter Preisabsprachen für Bier hat das Bundeskartellamt gegen Supermarktketten in Deutschland Millionenstrafen verhängt. Ein Kommentar vom stellvertretenden HNA-Chefredakteur Jan Schlüter.

Aus Schaden wird man klug, sagt der Volksmund. Das gilt aber offenbar nicht für so manche Unternehmen – zumindest bei Preisabsprachen. Diese sind zwar illegal, aber es ist verlockend, für den eigenen Vorteil heimlich Preise unter Händlern oder wie jüngst auch gemeinsam mit Herstellern von Konsumgütern abzusprechen.

Voraussetzung ist aber, dass keiner der Beteiligten „singt“. Wenn nur einer aus dem geheimen Bund ausschert und beispielsweise den Kartellbehörden interne Dokumente zuspielt, dann drohen die in Hinterzimmern getroffenen Preisvereinbarungen wie Kartenhäuser zusammenzufallen.

Auch die von den Kartellwächtern immer wieder in unterschiedlichen Branchen verhängten Bußgelder in Millionenhöhe zeigen keine wirklich abschreckende Wirkung. Die Aussicht, allein mit einigen „Gesprächen unter Freunden“ den Gewinn deutlich zu erhöhen, sorgt für weitere Preisabsprachen.

Solche Preisvereinbarungen sind und bleiben ein süßes Gift. Die Dummen sind am Ende immer die Verbraucher.

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