Kommentar zum Übernahme-Poker von K+S: Reden statt schreiben

+

Der kanadische Düngemittelproduzent Potash bekräftigt trotz der Ablehnung des deutschen Konkurrenten K+S seine Pläne, den Kasseler Dax-Konzern zu übernehmen und fordert das Management zu Gesprächen auf. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteur José Pinto.

Eines muss man Potash-Chef Jochen Tilk ja lassen. Der Ton, in dem er um K+S und dessen Vorstand und Aufsichtsrat wirbt, ist überaus versöhnlich, ja fast schon freundschaftlich. Das spricht für den als besonnen und ruhig geltenden Manager deutscher Abstammung.

Aber die konzilianten Schreiben, die er und sein Team in den vergangenen Wochen nach Kassel schicken, sind eine Charme-Offensive und sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass er auch anders könnte, wenn er wollte. Denn Tilk hat nicht sein Herz für Nordhessen entdeckt, sondern will mit K+S an die Kali-Weltspitze, die deutschen Vorkommen kontrollieren und damit mehr Einfluss auf die Preise nehmen, die Vertriebswege der Kasseler und deren Bergbautechnologie nutzen.

Artikel zum Thema

Übernahme-Poker um K+S gewinnt an Tempo: Potash lässt nicht locker

Wenn ihm also soviel an K+S liegt, dann bitteschön verbindliche, gerichtsfeste Angebote vorlegen, die die Interessen aller Beschäftigten, deren Familien und einer ganzen Region wahren. Das Angebot, die künftige Europa-Zentrale in Kassel anzusiedeln, ist mehr als dürftig. Da muss schon deutlich mehr kommen.

Gleichzeitig ist es die Pflicht des K+S-Managements, die Vorschläge nach bestem Wissen und Gewissen zu prüfen und auch zu akzeptieren, wenn es eine Balance zwischen allen berechtigten Forderungen gibt.

Gesprächsangebote einfach nur auszuschlagen, ist nicht zielführend zumal Chancen und Risiken einer möglichen Übernahme im persönlichen Gespräch sehr viel besser als auf dem Postweg ausgelotet werden können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.