Kommentar zu VW-Quartalszahlen: "Im Schatten des Skandals"

Volkswagen hat Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Die Wolfsburger meldeten einen weiteren Gewinneinbruch. Ein Kommentar dazu von Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

Volkswagen hängt in der Abgasschleife: Während die Konkurrenten mit aller Kraft E-Autos und selbstfahrende Wagen entwickeln können, kratzen die Wolfsburger für die Sünden der Vergangenheit das Geld zusammen. Der Abgasskandal nagt am Ertrag des Konzerns. Dabei verliert VW gerade das, was derzeit am kostbarsten zu sein scheint: Zeit, um zu entwickeln, um sich neu aufzustellen.

Denn über allem steht die bange Frage, was der Skandal kostet und was sich der Konzern leisten kann? Denn die bittere Wahrheit ist, da können die Ideen und Innovationen noch so genial sein, der Weg in die neue digitale Autowelt wird sehr viel kosten und das Geld dafür muss aus dem Kerngeschäft mit den bestehenden Fahrzeugen und den klassischen Antrieben kommen.

Aber die Kernmarke VW hat im ersten Quartel kaum noch Gewinn gemacht. Dazu hat auch beigetragen, dass der Konzern mit Rabatten versucht hat, den Absatzrückgang in Grenzen zu halten. Zwar stabilisieren derzeit Audi und Porsche das Geschäft, aber wie lang ziehen die zwei noch den Karren?

Noch ist es zu früh, um zu sagen, ob die Rechnung der Konzernchefs aufgehen wird. Die Zeichen stehen nicht schlecht, dass es gelingen könnte. Dafür müssen aber die Rückrufe hierzulande und weltweit zügiger abgearbeitet werden. Sonst wird der lange Schatten des Diesel-Skandals jeden Erfolg verdecken.

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