Kommentar zu VW-Tarifverhandlungen: Ohne Sahne

Mitten in der Dieselkrise haben die Verhandlungen zum VW-Haustarifvertrag begonnen. Der Konzern hat kein Angebot vorgelegt, die IG Metall will fünf Prozent. Die Fronten verhärten sich - ein Kommentar von Barbara Will

Volkswagen steuert auf die wohl verbissensten Tarifverhandlungen seit langem zu. Der Milliardenverlust belastet die Stimmung, und das peinliche Gefeilsche um Manager-Boni vergiftet sie. Das Dieseldesaster lässt bereits die Erfolgsbeteiligung der Beschäftigten zum Trostpflaster schrumpfen. Sollen die VW-Werker nun auch noch einen mageren Tarifabschluss hinnehmen?

Fair ist das nicht, aber wohl unausweichlich. Denn bei VW wackeln Tausende von Bürojobs. IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine ist in der Zwickmühle: Er kann keinen Abschluss verkaufen, bei dem Tarifbeschäftigte einen Skandal bezahlen, an dem sie nicht Schuld sind. Doch eine Einigung, die den einen deutlich höhere Bezüge und den anderen die Entlassungspapiere bringt, stünde der IG Metall ebenfalls schlecht zu Gesicht.

Ein Kompromiss muss her. Warum nicht ein Abschluss etwas unter Flächentarif-Niveau, aber dafür mit Verlängerung der auslaufenden Altersteilzeitregelung? In dieser Tarifrunde geht es nicht mehr um das Sahnehäubchen auf dem Flächentarifvertrag – es geht letztlich um die Belastbarkeit des VW-Verteilmodells.

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