Kommentar zum VW-Skandal: Winterkorn muss gehen

VW-Boss Martin Winterkorn

Der Abgasskandal bei VW weitet sich aus: In elf Millionen Autos steckt die Problem-Software, der Konzern muss seine Gewinnerwartungen eindampfen. Konzernchef Martin Winterkorn muss daher gehen, sagt Jan Schlüter.

Nachdem vor einigen Monaten VW-Patriarch Ferdinand Piëch kräftig an ihm gesägt hatte, musste der Wolfsburger Chefsessel von Martin Winterkorn mühselig repariert werden. Stand er zwischenzeitlich halbwegs stabil im Raum, droht er jetzt endgültig zusammenzukrachen. Da könnte selbst der Einsatz findiger Schummeltechnik nichts mehr retten. Der im Netz als „dieselgate“ benannte Skandal wirkt mit der Kraft eines Tsunami und wird sicher nicht nur durch die Büros einiger Ingenieure und Manager niederen Ranges fegen.

Rückstellungen in Milliardenhöhe, Millionen betroffene Diesel-Fahrzeuge, strafrechtliche Ermittlungen, eine erste Gewinnwarnung und ein abstürzender Kurs der VW-Aktie – das waren am Dienstag die Schlagworte. Die Verantwortung für Betrug und Misswirtschaft trägt die Unternehmensspitze. Nur mit einem neuen Vorstandschef kann der Riesenkonzern wieder in die richtige Spur zurückgeführt werden. Es gilt, zügig das zerstörte gute Image wiederherzustellen und Vertrauen in der Käuferschaft zurückzugewinnen.

Vielleicht ist der Diesel-Skandal ein willkommener Anlass, die Konzernspitze schneller zu verjüngen und den Autokoloss auf härtere Zeiten vorzubereiten. Mangelnde Veränderungsbereitschaft gepaart mit Überheblichkeit kennzeichneten den weltgrößten Autobauer schon vor dem Skandal.

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