Kommentar zur Winterkorn-Nachfolge: Das bisschen anders

Nach dem Rücktritt von Martin Winterkorn braucht VW einen neuen Vorstandschef. Heißester Favorit ist derzeit Porsche-Chef Matthias Müller. Ein Kommentar von Martina Hummel.

Ferdinand Piëch ist am Ziel. Wenn heute der Aufsichtsrat von Volkswagen über die Personalie Vorstandsvorsitz entscheidet, dann ist nicht nur Martin Winterkorn aus dem Konzern gefegt, sondern – wenn auch über Umwege – Piëchs Wunschkandidat auf den wichtigen Posten gehievt.

Müller folgte Winterkorn, wie einst Winterkorn Piëch folgte. Nachdem Winterkorn 2002 die Führung von Audi übernommen hatte, wurde Müller Chefkoordinator der sogenannten sportlichen Markengruppe. Als Winterkorn 2007 Chef der Volkswagen AG wurde, nahm er Müller mit nach Wolfsburg, wo dieser zum Generalbevollmächtigten wurde. Dass der Sachse das nötige Zeug zum Konzernlenker hat, zieht niemand in Zweifel.

Müller ist ein anderer Typ Manager: Er mischt sich in gesellschaftspolitische Themen ein, fordert von der Industrie mehr Einsatz für die Flüchtlinge. Er duckt sich nicht weg. Er zieht das Szeneviertel der Villa vor. Kurz: Er steht mit beiden Beinen im wirklichen Leben. Dies wird er nicht nur durch das Fenster des werkseigenen Elfenbeinturms beurteilen.

Das kleine bisschen Anders-Sein, das in dieser Personalie aufblitzt, ist für Volkswagen eine große Chance. Vorher steht aber die Aufklärung des Diesel-Skandals an.

Rubriklistenbild: © HNA

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