Kommentar zu Zahlungen der Deutschen Bank an die Kirch-Erben: Teure Worte

Jan Schlüter über den Streit der Kirch-Erben mit der Deutschen Bank

Drei Jahre nach dem Tod von Medienzar Leo Kirch hat die Deutsche Bank einem Vergleich zugestimmt. Sie zahlt über 900 Millionen Euro. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Jan Schlüter.

Es hatte sich abgezeichnet: Die Deutsche Bank konnte den seit Jahren schwelenden Rechtsstreit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch nicht mehr gewinnen. Es ging am Ende nur noch um die Höhe des zu zahlenden Betrages. Hier machte Bank-Co-Chef Anshu Jain Druck, denn er wollte das lästige Verfahren endlich zum Abschluss bringen. Am Ende muss der deutsche Bankenprimus fast eine Milliarde Euro berappen. Das ist rekordverdächtig viel.

Doch wofür? Sicher werden wenige Interview-Worte des ehemaligen Deutsche-Bank-Chefs Rolf Breuer in die Geschichte eingehen. Seine öffentlich geäußerten Zweifel an Kirchs Finanzkraft gaben dem Medienimperium wohl den Rest.

Aber es waren nicht nur Breuers teure Worte, sondern auch weitere Bankunterlagen, die die Richter am Oberlandesgericht München letztlich überzeugten, dass das Geldhaus das Kirch-Imperium zerlegen wollte.

Die Frage, ob das Ganze in erster Linie der Rachefeldzug eines Gescheiterten war, dürfte die Kirch-Erben nicht wirklich interessieren. Jetzt gibt es erst mal ordentlich Bares.

Die Anwälte der Deutschen Bank können sich um andere Rechtsstreitigkeiten kümmern. Davon gibt es reichlich. Und die Münchner Staatsanwälte ermitteln im Zusammenhang mit der Kirch-Pleite wegen Prozessbetrugs - auch gegen Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen.

Mail an den Autor: jas@hna.de

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