Kommentar zur Zeitarbeitsbranche: Wildwuchs beenden

Die Zeitarbeit bedarf der Überarbeitung. Einst als notwendiges Instrument zur Bewältigung von Auftragsspitzen eingeführt, mutierte sie in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem leicht zu handhabenden Werkzeug zur Lohnsenkung und Tarifaushebelung.

Völlig legal haben sich viele Unternehmen mit Hilfe der Zeitarbeit ihrer teuren Stammbelegschaften entledigt und sie durch eigens zu diesem Zweck gegründeten Personaldienstleistern ersetzt. Das ist Lohn- und Sozialdumping auf Kosten der Arbeitnehmer und auch der gesamten Solidargemeinschaft. Denn wenn der Hungerlohn zum Leben nicht reicht, springt der Staat den Hartz-IV-Aufstockern bei. Ganz zu schweigen davon, dass Geringverdiener im Alter nicht genügend Rente bekommen und auch im Ruhestand auf staatliche Hilfe angewiesen bleiben.

José Pinto über die Bezahlung in der Zeitarbeitsbranche

Unabhängig davon verzerrt Zeitarbeit vielfach den Wettbewerb. Das Nachsehen im Tauziehen um Aufträge haben redliche Unternehmer, die weit gehend auf ihre Stammbelegschaft setzen. Insofern ist die Forderung „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ nicht nur eine Frage des Anstands, sondern auch der volkswirtschaftlichen und sozialen Vernunft. Der Wildwuchs muss ein Ende haben.

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