Eine Studie des Car-Center Automotive Research hat ausgerechnet, wie viel Gewinn in jedem Wagen steckt

Was Konzerne pro Auto verdienen

Wie viel bleibt beim Autokonzern hängen? Die Marke Volkswagen musste sich in den vergangenen sechs Monaten mit 629 Euro pro Neuwagen zufrieden geben. Konkurrent Toyota sackte im gleichen Zeitraum 1801 Euro ein. Foto: dpa

Kassel/Duisburg. Die billigste Version des Golf VII kostet laut Liste 16 975 Euro – ohne Extras versteht sich. Auf Wunsch kann es je nach Ausstattung auch so richtig teuer werden. Und so mancher Kunde wird sich fragen, wie viel davon der Konzern als Gewinn vor Steuern und Zinsen in die Tasche steckt.

Im ersten Halbjahr 2013 waren es bei der Marke VW im Schnitt 629 Euro pro Neuwagen – vor Steuern und Zinsen. Vor einem Jahr waren es noch 751 Euro.

Bei Audi sind es 3821 Euro, nach 4242 Euro im Vorjahr und bei der Marke Porsche liegt der Gewinn pro Fahrzeug bei 16 590 Euro nach zuletzt 16 826 Euro. BMW verdient 3495 (4325) Euro, Mercedes-Car 2012 (3621) Euro. Ausgewertet hat diese Daten das Car-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen unter der Leitung von Ferdinand Dudenhöffer. Bei VW sei allerdings zu berücksichtigen, dass das starke China-Geschäft nur zum Teil im operativen Ergebnis auftaucht.

Der Volkswagen-Konzern drängt an die Spitze der Autobauer. Dafür müssten die Wolfsburger GM und Toyota überholen. Toyota verdient das Dreifache, GM-Auto muss sich mit 604 Euro zufrieden geben. Vor einem Jahr lag Toyota bei 707 Euro. Für GM liegt kein Wert aus dem Vorjahr vor. Weltweit wird VW – mit Blick auf den Ertrag – sogar von Ford-Auto abhängt.

„Die enormen Verbesserungen illustrieren, dass Toyota wieder zu alter Stärke nach den Rückruf-Desastern und dem Einbruch des japanischen Marktes nach dem Fukushima-Unglück zurückgekehrt ist“, sagt Dudenhöffer. Geholfen habe dem Konzern aber auch die Abwertung des Yen, die bei gleichen Auslandspreisen die Gewinne sprudeln ließ.

Bei Volumenhersteller Hyundai blieb vom Umsatz am meisten als Gewinn hängen. Die Gewinn-Marge lag bei 9,3 Prozent. Obwohl der Konzern nur drei Prozent mehr Fahrzeuge im ersten Halbjahr verkaufte und damit langsamer wuchs als die Konkurrenz, sollte er als Mitbewerber um die Weltmarkführerschaft ernst genommen werden, meint Dudenhöffer – auch wenn die Absatzzahlen deutlich hinter Toyota, GM und VW liegen. Generell lässt sich sagen, dass die wichtigen Volumenhersteller mit dem Europageschäft zu kämpfen haben. Darunter leiden besonders die Hersteller in den gebeutelten Ländern der Euro-Krise – wie Fiat, Seat, Peugeot-Citroën, aber auch Renault.

Der Gewinn ist nur ein Teil des Preises, den der Kunde bezahlt. Das Institut für Automobilwirtschaft an der Hochschule in Nürtingen-Geislingen hat ausgerechnet, wie sich die einzelnen Anteile zusammensetzen. Demnach entfällt mit durchschnittlich 78 Prozent der größte Posten auf die Kosten des Herstellers. Das Material hat daran einen Anteil von etwa 48 Prozent. Die Händlermarge folgt mit im Durchschnitt 16,5 Prozent. Grundsätzlich gilt: Teure Fahrzeuge wie Porsche & Co haben eine höhere Gewinn-Marge als Kleinwagen.


So wurde in der Studie gerechnet

Bei der Studie wurde jeweils pro Auto der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ausgewiesen. Einmal-Effekte, außerordentliche Gewinne oder Verluste, wie Abwertung der Vermögensgegenstände sind ausgeschlossen. Es wird also das rein operative Geschäft in den Sparten dargestellt. Damit werden Gewinne beziehungsweise Verluste aus dem reinen Fahrzeuggeschäft vergleichbar, so das Car-Center Automotive Research.


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