Krankengeld bei unbefristeter Krankschreibung

+
Krankengeld muss auch dann gezahlt werden, wenn der Arzt eine unbefristete Arbeitsunfähigkeit feststellt. Die Krankschreibung ist nicht mit dem nächsten Arztbesuch beendet. Foto: Jan Woitas

Ist ein Arbeitnehmer zwei oder drei Wochen krankgeschrieben wird in der Regel ein Krankengeld gezahlt. Doch muss die Krankenkasse auch einspringen, wenn die Krankschreibung unbefristet ist? Ein Urteil des Landessozialgerichts Rheinland-Pfalz schafft Klarheit.

Mainz (dpa/tmn) - Eine Krankenkasse ist verpflichtet, über einen Wiedervorstellungstermin hinaus Krankengeld zu zahlen, wenn der behandelnde Arzt Arbeitsunfähigkeit "bis auf weiteres" bescheinigt hat.

Das geht aus einer Entscheidung des Landessozialgerichts Rheinland-Pfalz hervor (Az.: L 5 KR 254/14), über die die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) informiert. Ein Ende der Krankschreibung muss nicht angegeben werden.

Der Fall: Eine Frau litt unter Wirbelsäulen- und Schulterbeschwerden. Der behandelnde Arzt hatte die letzte Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit "bis auf weiteres" erstellt und gleichzeitig einen Wiedervorstellungstermin genannt. Nachdem der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) zu dem Ergebnis gelangt war, die Arbeitsunfähigkeit sei nur bis zu einem früheren Termin belegt, lehnte die Krankenkasse eine weitere Krankengeldzahlung ab. Die Frau müsse sich vielmehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen. Diese legte dann zwei weitere Krankschreibungen "bis auf weiteres" vor. Das überzeugte die Krankenkasse jedoch nicht. Die Frau klagte.

Das Urteil: Die Klage war erfolgreich. Die ärztliche Feststellung der Arbeitsunfähigkeit sei "bis auf weiteres" erfolgt. Nur weil ein Wiedervorstellungstermin genannt wurde, heiße das nicht, dass die Krankschreibung auch nur bis dahin gilt. Die Krankenkasse musste zwei weitere Monate Krankengeld zahlen.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.