Krankenkassen gegen Ärztestreiks

München - Die geplanten Ärztestreiks stoßen bei mehreren Krankenkassen auf scharfe Kritik. Es sei deplatziert, berufsständische Interessen auf dem Rücken von Patienten durchzusetzen.

Das sagte der stellvertretende Vorsitzende der Barmer GEK, Rolf-Ulrich Schlenker der “Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag). Ähnlich äußerte sich auch der DAK-Chef Herbert Rebscher: “Wenn alle Beteiligten im Gesundheitswesen von Einsparungen betroffen sind, ist es nicht nachvollziehbar, eine einzelne Arztgruppe davon auszunehmen.“ Aus Protest gegen die Kürzungspläne von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will der Hausärzteverband Ende August mit Praxisschließungen in Bayern beginnen. Geplant sind der 26. und 27. August.

Bis Mitte September will der Verband dann deutschlandweit gegen den Rösler-Plan protestieren, die Sondervergütungen für Hausarztverträge um 500 Millionen Euro pro Jahr zu kürzen. Das halten die Mediziner für existenzbedrohend. Höhepunkt des Protestes soll ein bundesweiter Aktionstag am 15. September sein. Die Krankenkassen befürworten die Reformpläne. Sie stört, dass sie gezwungen sind, Hausarztverträge anzubieten, obwohl noch nicht bewiesen ist, dass sich damit Kosten sparen lassen. Außerdem kritisieren die Kassen die starke Stellung des Hausarztverbandes, der per Gesetz immer der erste Verhandlungspartner ist und darum zum Teil hohe Honorarzuwächse durchsetzen konnte.

dpa

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